Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 152
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bnXüjcrai tfuXXaßövxi errel jurjbe aYVuucrxa xd TroXXd fjv. Er fügt als
erstes der erreipTaaueva dieser Einleitung die Scene eins an und
darnach mit dem eneipfotörcü be kou Scene zwei und drei. Nach
diesem Typus, der bei der Beschreibung der Bildwerke der Athena
Chalkioikos im Capitel vorher schon in Anwendung kam, wo er
mit den Worten beginnt: eTTeipYaörai be xw xaXKW, rroXXd uev tujv dGXuuv
'HpaKXeou^, ist seine ganze summarische Katalogisirung gebaut.

Auch dass Pausanias Atlas allein erwähnt, ist kein Gegen-
grund. Man kann daraus höchstens den Schluss ziehen, dass nicht
sein Abenteuer mit Herakles, wie auf der Kypsele, dargestellt war.
Auf einer bekannten Vase des Museo Gregoriano, Gerh. A. V. 86,
ist er mit Prometheus gepaart, und ihn allein seine Himmelskugel
tragen zu lassen, kann einer Kunst doch unmöglich fremd sein, die
die kosmische Idee so gern versinnlicht.

*

Zur Scene 5 ist zu bemerken, dass sie gewöhnlich als Theseus
und der Minotaur gefasst wird. Die Worte des Pausanias: xdv be
Mh/uu KaXoujuevov xaupov ouk oiba dvG* ötou TreTroinKe BaGuKXfjc; bebe-
uevov t€ Kai dföuevov und OncTeuu^ £üuvxa lassen etwas Absonder-
liches vermuthen. Doch Theseus und der Minotaur war ja bereits
im Inneren des Thrones dargestellt und eine solche Wiederholung
an den Aussenseiten müsste schon an und für sich in nicht ge-
ringem Grade befremden, völlig unmöglich macht sie jedoch die
Wendung, die uns hier scheinbar berichtet wird.

Stephani hat die Behauptung aufgestellt, dass Pausanias hier
den Irrthum begangen habe, eine Darstellung des marathonischen
Stieres für die des Minotaurus zu halten. Ich stimme mit ihm
darin überein, dass hier eine solche Verwechslung stattgefunden
habe. Es hat sich derselben aber nicht Pausanias schuldig ge-
macht, sondern seine Erklärer. Das xöv be Miviu KaXoüuevov xaupov
geht auf den marathonischen Stier, der doch aus Kreta und von
Minos her nach Attika kam. Der gezierte Ausdruck deutet daselbst
eine euhemeristische Weisheit an, die aber mit der Sache selbst
nichts weiter zu thun hat. Auffällig bleibt dabei der Umstand,
dass Pausanias der dargestellte Gegenstand befremdete, während
doch die Fesselung des marathonischen Stieres durch Theseus so-
wohl wie durch Herakles ein sehr beliebter Typus der archaischen
Kunst war. Doch löst sich bei näherem Zusehen auch diese
Schwierigkeit. Aus dem Wortlaut des Textes geht ja klar hervor,
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