Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 157
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1885/0167
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Klammersystemen der philologischen Literatur ebenbürtig zur Seite
steht. Wer sich aber an dem imponierenden äusseren Eindruck
nicht genug sein lässt und nach der Zusammengehörigkeit der an-
einander gefesselten Scenen fragt, der wird es wohl vergeblich thun,
und ebenso vergeblich wird er unter den erhaltenen archaischen
Monumenten auch nach einer ungefähren Analogie suchen.

Wir haben bisher eine Anzahl von Bildwerken zur Seite ge-
lassen, welche sich an der Aussenseite des Thrones als Abschluss
befanden. Es sind abermals sieben und glücklicherweise kann ihre
Anordnung gar nicht zweifelhaft sein. Der Bericht lautet: Toö
Opövou be TrpÖ£ Toiq dvuu Trepacriv ecp' ittttüjv eicaTepuuGev eiaiv ot
Tuvbdpew TraTbec;, Kai crcpiYYec; xe eiaiv uttö toic; ittttoic; Kai önpia avui
Geovia, rrj juev TrdpbaXic;, Kaxd be töv TToXubeuKnv Xeaiva. dvcuTaxw be
Xopöc; erci tlu öpövw TreTroinxai, MaYvnxec; oi cruveipyacTjuevoi BaöuKÄei
xöv Gpövov8). Daraus ergibt sich das folgende graphische Schema,
das ich vorläufig mit VII bezeichne :

VII



Chor der Magneten

Panther—



c



Castor—



a b



Sphinx—







— Löwin

— Polydeukes
—Sphinx

Der Vergleich desselben mit dem Texte lehrt, dass die beiden
parallelen Seiten a und b auch umgekehrt angeordnet werden
können, der ganze Aufbau aber völlig klar angegeben ist, wenn
auch zuerst a2 62, dann bt, dann a3 b3 und zum Schluss c auf-
gezählt wird. Es muss nun von vornherein als wahrscheinlich
gelten, dass die sechs übrigen Bildgruppen von je sieben Darstel-
lungen nach dem Muster dieser siebenten anzuordnen sein werden.
Ich bin nicht im Stande, im Texte des Pausanias einen Anhalts-
punkt zu finden, der uns ermöglichte, diese letzte Bildgruppe von

8) Zum Chor des Bathykles mit seinen Genossen vergleiche man das Selbst-
porträt des Theodoros, über welches zuletzt Löschcke Arch. Mise, gehandelt hat,
und das des Kreters Cheirisophos. Auf eine überraschende Analogie aus der
Renaissance werde ich von befreundeter Seite aufmerksam gemacht. In ganz ähn-
licher Weise hat Meister Filarete sich mit seinen Gesellen auf dem von ihm ge-
arbeiteten Hauptportal von S. Pietro verewigt.
loading ...