Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 169
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während die gleiche Ehre sonst nur dem Weltenträger Atlas
widerfuhr.

Ganz besonders nahe scheinen die Bilder der Bronzeplatten,
mit denen der Innenraum der Athena Chalkioikos zu Sparta be-
legt war, denen des bathykleischen Thrones gestanden zu haben.
Leider ist das Verfahren des Pausanias hier ein so summarisches,
dass eine klare Vorstellung nicht zu gewinnen ist. Zuerst erwähnt
er TToXXd juev tujv dGXojv 'HpaicXeouc;, ttoaXoi öe Kai uüv eGeXovTr)<;
KOtTdupGaicre, was ebensogut auf die vierzehn Heraklesdarstellungen
des Thrones passen möchte. Das nachfolgende Tuvbdpeui be tujv
tuoüöujv dXXa re kou r\ tujv Acukittttou GirfoiTepujv &prrcqT| könnte gleich-
falls im selben Sinne angewandt werden und dann c'Hqpaiö"roc; xf]V
unTepot ecrxiv drroXuujv tujv öeauüjv findet sich dort ebenfalls. Drei
weitere Darstellungen, die Pausanias noch erwähnt, Perseus, der
von den Nymphen Tarnkappe und Flügelschuhe erhält, die Geburt
der Athena und Amphitrite und Poseidon (vielleicht die Hochzeit?)
entbehren der bathykleischen Gegenstücke und bezüglich des Restes,
den Pausanias verschweigt, sind Conjecturen überflüssig. Bedenkt
man aber noch, dass Gitiadas, der Spartaner, der die Statue der
Chalkioikos und die Bilder der Bronzeplatten schuf, auch in Amyklä
selber zwei reichgeschmückte Dreifüsse gearbeitet hat, so wird man
der Annahme eines Abhängigkeitsverhältnisses der beiden Meister
kaum ausweichen können17). Die bisherige Geschichtschreibung der
griechischen Kunst war einer solchen Nöthigung nur dadurch über-
hoben, dass sie das Zeitalter des Gitiadas aus der fabelhaften
Nachricht bei Pausanias, dass seine beiden Dreifüsse und der dritte
des Kallon aus der Beute des ersten messenischen Krieges geweiht
seien, direct oder indirect erschliessen zu können glaubte. Für die
Datirung des letzteren haben wir jetzt durch die auf der Akropolis
gefundene Inschrift sicheren Boden unter den Füssen. Ihre Buch-
stabenform weist auf das Ende des sechsten Jahrhunderts hin.
Damit ist auch für diesen ein fester Halt gewonnen und jene An-
nahme muss nun einer näheren Erwägung unterzogen werden. Alles
spricht dafür, dass Gitiadas der empfangende Theil gewesen sei.
Er, der ein geborener Spartiate, kann doch dem hochberühmten
Meister, der aus dem fernen Osten zu grossen Werken mit seiner

,7) Paus. III 18, 5: uttö |u4v ht\ tüj Trpujxuj xpuroöi 'Aqppobrnqc; ä^a\\xa
^ar^Kei, "Apreuic; be uttö tüj öeuxdpur TiTidba Kai auxoi x^xvrl K«l t& ^rreip-
Yaojuieva.
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