Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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auch Ritter, dessen Darstellung durch Schuld der ihm vorliegenden
Berichte Dicht überall klar ist (Erdkunde XIX S. 1081 ff.), und
der Somena bei Kekova setzen möchte, das Ross und vor ihm
Texier aber vielmehr, ebenfalls auf Grund von Inschriften, auf
Aperlai bezogen. Waddington (zu Lebas 1290) hat sich mit grosser
Bestimmtheit angeschlossen, und nun hat das auch Kiepert auf der
Karte zu Benndorfs Reisen gethan, während er Aperlai früher nach
dem Vorgange Leake's ebenfalls über der Assarbai gesucht hatte.
Dies ist offenbar unter Zustimmung Benndorfs geschehen, der
Müllers Veränderung von b' in tt' nicht ohne Weiteres als richtig
anzuerkennen scheint, wozu er auch vollkommen berechtigt ist.
Vielmehr sucht er Somena zwischen Andraki und Kekova, ohne
es zu finden3). Bei der Autorität, auf welche die österreichischen
Arbeiten über Lykien Anspruch haben, läuft aber das vorliegende
eigenthümliche kleine Problem Gefahr, als gelöst zu erscheinen,
während wir nach so vielen verworrenen Angaben doch erst der
treuen Berichterstattung Benndorfs und der Seinigen neben so vielem
Anderen und Grösseren auch das verdanken, dies Problem seiner
Lösung entgegen führen zu können.

Mit der Stadt Somena des Stadiasmus ist die Stadt Simena
identificirt worden, welche Stephanos erwähnt4) und die bei Plinius
im Beginn der Beschreibung Lykiens — will sagen , im Periplus,
dessen Material mit dem des Stadiasmus vielleicht identisch ist —
als erster Ort vor Chimaera, Hephaestium, Olympus aufgeführt
wird5). Im Uebrigen ist Somena und Simena nirgends genannt,
weder bei Ptolemaios6), noch bei Hierokles oder in den Notitien,
so ausführliche Listen lykischer Städte diese auch zu geben scheinen7).

8) Benndorf u. Niemann, Reisen in Lykien u. Karien S. 29 Anm. 3: „Mir
bleibt unerfindlich, wo das. . .zwischen Andriake und Aperlai genannte Somena zu
suchen ist. Antike Ruinen finden sich an den Ufern zwischen diesen beiden
Orten nicht, und die Bildung der Ufer erlaubt meines Wissens nirgends, einen
antiken Ort an dieser Stelle vorauszusetzen."

4) Zijuriva, nöXic, Aukiok;, oübeTepuuc;. ol KaToiKouvxet; Ziiunveic; üjc, Zi6u|UGt<;.

5) V, 100: in Lycia igitur a promontorio eius oppidum Simena, mons Chi-
maera noctibus flagrans, Hephaestium civitas et ipsa saepe flagrantibus iugis (lepöv
'Hqpaiaxou Skyl. §. 100; urbs Hephaestia Solin cap. 72). oppidum Olympus ibi fuit
u. s. f.

6) Grashof bei Wilberg vermuthet zu Ptol. V, 3 für Zufißpa vielmehr
Iü|unva oder X(ur|va, das ist aber um so unsicherer, als da TiöXeic, jueöÖYeiot
um den Kragos aufgezählt werden.

7) Plin. V, 101: Lycia LXX quondam oppida habuit, nunc XXXVI habet.
Einige siebzig nennt wirklich Stephanos, Ptolemaios 33 oder 34 (mit den Inseln

Archäologisch-epigraphische Mitth. IX. 13
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