Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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aber der Weg, hiess es, auf dem wir uns befänden, werde noch
heute Trojan genannt. Dieser Weg vermeidet sehr geschickt Sen-
kungen und Abhänge, indem er sich in vielfachen Windungen am
Waldesrande hinschlängelt, hält aber im Ganzen nordöstl. Richtung.

Erst nach 2 Stunden, um 723 Uhr, kamen wir zu dem be-
sprochenen Weinberg vor Tofla und fanden hier auch richtig den
Wall. Derselbe fängt schon ein Stück vorher im Ackerfelde an,
durchzieht dann zwei Weingärten und ist im Ganzen auf eine
Strecke von etwa 1 Kilom. sichtbar. Sein Profil ist schwach, an
welcher Seite der Graben lag, wäre hier kaum zu unterscheiden
(s. Fig. 3). Die Richtung ist Anfangs NO, wird im ersten Wein-

berge sogar ONO, dreht im zweiten aber herum bis auf NNO.
Dieser zweite Weingarten liegt auf einer Höhe, von der man
ziemlich steil auf Tofla hinabblickt und in weitem Kranze die ganzen
Dörfer des Berhetsch-Thales vor sich ausgebreitet sieht. Eine Fort-
setzung der Walllinie ist nicht zu entdecken, sie wird aber jedes-
falls scharf nach Westen umbiegend zu denken sein. Der Guts-
verwalter von Tofla, bei dem wir uns erkundigten, bestätigte diese
Vermuthung, die der lokalen Tradition entspreche, und fügte als
Beweis bei, dass sich auf dem Wege zwischen Tofla und Ploskutzeni
oben am Rande des Serethufers noch ein gutes Stück vom Wall
erkennen lasse.

Wir gingen nach jener Gegend hinüber, fragten bei einem
griechischen Gutsbesitzer, der gerade dem Einfluss des Trotusch
in den Sereth gegenüber wohnt, noch einmal nach und fanden dann
kaum eine Viertelstunde von seinem Hause entfernt, die Wallspuren.
Die Hochebene, auf der wir den ganzen Tag marschirt waren,
fällt hier schroff zum Sereth ab, erst eine halbe Stunde flussauf-
wärts wird die Neigung sanfter, Wasserrinnen führen hinunter und
runde Kuppen haben sich gebildet, die den Uebergang vermitteln.
Der ganze Abhang ist abwechselnd mit Wald und Wein bewachsen
und hat die grösste Aehnlichkeit mit dem Gelände der Bergstrasse
zwischen Darmstadt und Heidelberg. Oben an diesem Höhenrande
nun läuft der Wall entlang, meist zwar vernichtet durch die Fahr-
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