Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 206
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Strasse, die denselben Weg gewählt hat, aber oft doch noch in
seiner gewölbten Form erkennbar. Wie weit er so dahinzieht, habe
ich nicht ausmachen können; wir hatten schon eine Zeit lang keine
Spuren mehr gesehen, als wir uns bei einbrechendem Abend in das
Thal wandten und ein Stück Weges zurück gingen, um in Plos-
kutzeni zu übernachten.

Am folgenden Morgen fuhr ich zu Wagen nach Homocea,
6 Kilom. aufwärts am Sereth, konnte aber dort schon nichts mehr
vom „Trojan" erfahren. Nur eine kurze alte Schanze, Cetatzuia
(Festung) genannt, zeigte man mir oben auf der Höhe des Ufer-
berges. Dieselbe bestand aus einem hohen Wall mit tiefem Graben

Fig. 4

davor, auf den noch ein zweiter Aufwurf folgte (s. Fig. 4), war
circa 30 M. lang und lief in ostwestl. Richtung.

Auch am rechten Serethufer, wo sich vielleicht die Fortsetzung
des Walles gegen die Karpathen hin finden konnte, waren meine
Erkundigungen vergeblich. Der Priester von Alt-Agiud {A. vechiu)
der einen grossen Kreis Bauern zur Befragung zusammen gerufen
hatte, versicherte, dass in der ganzen Gegend nichts dergleichen
vorhanden sei.

Ich kehrte dann nach Nieoresci zurück und verfolgte den
Wall nach der andern Seite, gegen Osten hin. Wenige Schritte
nördlich von dem schon oben erwähnten Winkelpunkte habe ich
Profil 5 aufgenommen. Die Linie läuft hier nach SSO z. O (150°)

Fig. 5

und biegt nachher um auf ONO z. O (80°), bildet also einen
Winkel von 110°, der auch durchaus nicht gerundet, sondern
ganz scharf geschnitten ist. Diese Stelle tritt etwas aus dem Walde
heraus; im weiteren Laufe, nach Ziganesci hinab, zieht sich der
Wall indess wieder unter die Bäume zurück, bis er den hohen Rand
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