Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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Rogova ist der erste Ort, an dem er vorbeizieht6), und zwar jeden-
falls nördlich von diesem Dorfe laufend, denn aus dem 6 Kilom.
nordöstl. gelegenen Broscari 7) wird berichtet, dass er auch das
Territorium dieser Gemeinde berühre, auf einer Anhöhe im SO
besonders gut zu erkennen sei, und dann nach Orevitza weitergehe.
In gerader Fortsetzung der bisherigen Linie erreicht er dann das
17 Kilom. entfernte Balacitza, aus dem zwar in der Enquete kein
Bericht vorliegt, wo ihn aber der Ingenieur Popowitsch8;, der von
den dreissiger Jahren ab in Rumänien reiste, gesehen hat.

Von da ab giebt es keinen Anhaltspunkt mehr bis zu dem
35 Kilom. nach OSO liegenden Terpesitza. Aus dieser Gemeinde
wird berichtet, dass der Wall mitten durch ihr Gebiet ziehe, auch
in den Nachbargemeinden sichtbar sei und der Richtung von West
nach Ost folge9). Auch habe ich selbst auf dem Gute ßreasta bei
Craiova mir erzählen lassen ? dass der Wall am Südwest!. Ende
dieser sehr ausgedehnten Besitzung, bei Lazu, ca. 5 Kilom. von
Terpesitza, vorhanden sei.

In Craiova soll der Wall nach Laurian10) in der Vorstadt
Belli-vaca zu Tage treten. Ungünstige Umstände hinderten mich
bei dem kurzen dortigen Aufenthalt persönlich nachzusehen. Die
Enquete berichtet, dass der Wall nördlich von der Stadt hinziehe.
Sie bietet uns hier auch zum ersten Male einen Aufschluss über
seine Structur, indem sie bemerkt, der ausgehobene Boden sei gegen

6) So berichtet V. Dimitrescu aus Turn-Severin in Tocilescu's Revista pentru
filologie etc. I p. 167 (Ueber die Alterthiimer des Distr. Mehedintzi). An derselben
Stelle wird auch von einer römischen Chaussee gesprochen, die „von Isvor frumos
über Burila, Devesel, Batotzi, Rogova nach Orevitza läuft, wo die Cetata Latinilor
ist und römische Ruinen sich zeigen, dann nach Padina mica, Slasoma, Balacitza,
Cleanov weiterzieht, schliesslich in den Distr. Doljiu eintritt und zu dem auf der
Marsigli'schen Karte Frateria, heute Trapesitza (soll wohl heissen Terpesitza) ge-
nannten Orte führt".

7) Bukar. Enquete, Distr. Mehenditzi, Fol. 436.

8) Die Tagebücher Popowitsch's, dem Cogalniceanu schon im Jahre 1840
das Lob des tüchtigsten Kenners der rumänischen Vorzeit spendete, wurden lange
nach dem Tode ihres Verfassers von Herrn AI. Odobescu bei einem Trödler ent-
deckt und theilweise publiciert in der Zeitung Trompetta Carpatilor Nr. 869 (12./24.
November 1870). Die Notiz über Balacitza fehlt aber dort; sie ist erst in den An-
hängen zu Odobescu's Aufsatz über Romanatzi (a.a.O. p. 217) nachgetragen. Wir
werden Popowitsch noch öfter zu citieren haben.

9) B. E. Distr. Doljiu Fol. 311.

10) A. Treb. Laurian: Istriana im Magazinu istoricu pentru Dada 1864
Tom. II p. 102.

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