Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 212
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Süden aufgeworfen und der Wall erhebe sich 1 Stanjin = 2*23 M.
hoch11).

Hinter Craiova hat der Wall eine südöstliche Richtung, wie
der Bericht aus Ghercesci12) angibt, kann dieselbe aber wohl nicht
lange beibehalten, denn bald darauf finden wir ihn bei dem fast
direct östlich von Craiova gelegenen Popinzelesci13), wo er 6 Kilom.
östlich vom Dorfe deutlich sichtbar ist. Weiterhin zeigt er sich
auf einer Anhöhe westlich von Dobrun14), zieht dann mitten durch
diese Gemeinde und die Oltetza überschreitend nach Schoperlitza
hinüber. Hier muss er sehr gut erhalten sein. Der Bericht aus
Schoperlitza15) gibt seine Maasse auf 4 Stj. (9 M.) Breite und
3 Stj. (6*7 M.) Tiefe an. Für die Tiefe scheint dabei allerdings
nicht die verticale, sondern die schräge Linie der Absenkung ge-
nommen zu sein. Die Maassangaben sind überhaupt in diesen
Berichten das Unzuverlässigste, wesshalb ich sie auch durchweg
nicht berücksichtige.

Der Wall zieht nördlich von Schoperlitza hin und schneidet
oberhalb des Dorfes Vladuleni die am Alutaufer zum Rothenthurm-
pass hinauflaufende „Trajansstrasse". Dies ist die einzige Stelle
in der westlichen Walachei, wo ich ihn selbst gesehen und ge-

Fig. 6

messen habe (s. Fig. 6). Der Graben ist 1 M. tief und liegt
nördlich vor, der Aufwurf erhebt sich 0*8 M. über die Bodenlinie.

Der Wall zieht beständig durch Maisfelder und hat die Rich-
tung O (100°, also mit 10° Abweichung nach S). Ich hatte darauf
gehalten, gerade diese Stelle zu besuchen, um zu sehen, wie Wall
und Chaussee bei ihrer Kreuzung sich zu einander stellen. Popo-
witsch berichtet16), dass der Wall von der Chausse durchschnitten

") B. E. Distr. Doljiu Fol. 220.
,2) B. E, Distr. Doljiu Fol. 253 u. 393.

13) Da die Berichte von Romanatzi in Odobescu's Aufsatz über diesen Distrikt
herausgegeben sind, citiere ich den Druck: Ann. soc. acad. Rom. X 2 p. 187 Anm. 41.
S. auch Anm. 40 Ber. aus Viisoara,

14) Odobescu a. a. O. p. 187 Anm. 39.
,5) Odob. p. 185 Anm. 32.
16) Odob. a. a. O. p. 218 Popowitsch: „Es lässt sich bei dem Dorfe Greci

mit Sicherheit erkennen, dass die Chaussee des Kaisers Trajan später angelegt ist
als der Trojan, weil die Strasse durch die Schanze hindurchläuft, wo sie sich bei
dem Dorfe Greci kreuzen."
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