Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 226
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1 Nero, 2 Vitellius, 11 Vespasian, 8 Trajan, 14 Hadrian, 2 L.
Aelius, 20 Antoninus Pius, 13 Faustina I, 12 M. Aurel, 1 Faustina II,

1 L. Verus, 1 Lucilla, 1 Commodus, 1 Sept. Severus. Auf meine
Besprechung des Fundes in der Presse wurde im Romanul vom 10./22.
Juni d. J. mitgetheilt, dass an demselben Orte vor mehreren Jahren 100
römische Silbermünzen und ein anderes Mal sogar 800 Stück (von
welchem Metall, war nicht angegeben) gefunden und theils an
Privatleute, theils ins Bukarester Museum gekommen seien. Leider
wird aber im Bukarester Museum gar kein Provenienzregister ge-
führt, so dass sich jene früheren Funde nicht mehr zusammen-
stellen Hessen.

Zu den Wällen zurückkehrend, möchte ich nur noch für einen
derselben, nämlich den bei Galatz, entschieden römischen Ursprung
in Anspruch nehmen. Dieser zeigt, wie oben dargelegt wurde,
genau die gleiche Construction wie die südliche bessarabische An:
läge, stammt also augenscheinlich aus derselben Zeit und diente
vermuthlich einem' ähnlichen Zwecke. Beide jedoch als ein und
dieselbe Linie zu betrachten verbietet der weite Zwischenraum am
Pruth, den der Galatzer Wall bei Tulucesci erreicht, während der
bessarabische erst 25 Kilom. weiter nördlich bei Vadu lui Issak
beginnt.

Der bessarabische Wall war wohl sicher dazu bestimmt, die
römische Pontusküste gegen das sarmatische Binnenland zu schützen;
er begrenzte somit das Gebiet, das zwar keiner Provinz einverleibt,
aber bekanntlich administrativ zu Untermösien gezogen wurde.
Was darm das kurze Galatzer Stück bezweckte, ist, glaube ich,
nicht minder klar.

Die Stadt Dinogetia, die von Ptolemaeus zu Niedermösien
gerechnet wird und auf der Ptolemaeischen Karte auf dem rechten
Donauufer verzeichnet steht, ist trotzdem mit Mommsen und Kie-
pert 45a) unbedingt auf das linke Ufer, an die Serethmündung zu
verlegen, und das aus einer1 ganzen Reihe von Gründen. Zunächst
wird die Stadt in der rechtsuferigen Chaussee der Tabula Peutin-
geriana nicht aufgeführt. Sie müsste zwischen Arrubium und Novio-
dunum genannt sein; für eine Corruptel liegt keinerlei Anzeichen
vor, die Auslassung lässt sich also nur daraus erklären, dass sich
thatsächlich auf dieser Seite kein Dinogetia befand. Ferner sagt
Ptolemaeus, dass der Hierasus (Sereth) bei Dinogetia münde und

) C. I. L. III Kartell.
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