Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 230
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gedient habe, in der Donau gefunden wurde. Im Jahre 1872 hat
dann Bolliac56) „an der linken Seite der Brücke, da wo dieselbe
zur Chaussee — d. i. zur Alutastrasse — hinaufsteigt", gegraben,
ist nach Auffindung von Ziegeln und Statuenfragmenten auf ein
3 2 M. breites, 1 M. tiefes und 1 M. dickes Mauerstück gestossen,
das aus grossen behauenen Steinen, Cement und Ziegeln zusammen-
gesetzt war, und hat aus diesem die Arch.-epigr. Mitth. III p. 41 publi-
cierte, dem Commodus gewidmete Inschrift hervorgezogen. Wenn
Bolliac Recht hat, jenes Gemäuer als zum Brückenkopf gehörig zu
betrachten, so würde sein Fund allerdings beweisen, dass die Brücke
aus spätrömischer Zeit stammt. Und sie könnte dann sehr wohl
mit derjenigen identisch sein, welche Constantin der Grosse über
die Donau schlug57). Die Münzfunde von Celei weisen ganz auf-
fällig darauf hin, welch starker römischer Verkehr in der Zeit von
Constantin ab in dieser Gegend war. So berichtet Laurian58) über*
einen Besuch in Celei (1846): „Es werden hier sehr viele antike
Münzen gefunden, ich kaufte von den Bauern gegen 200 Stück,
meist Bronze, sehr wenig Silber. Aber was am meisten Beachtung
verdient, ist, dass der grössere Theil davon Constantine, Constanze,
Juliane und Joviane sind; neben ihnen finden sich immer auch
ältere, aber seltener."

Und ganz ähnlich Bolliac59) (1869): „In meinen mehrfachen
Ausgrabungen (in Celei) fand ich viele Bronze- und einige Silber-
münzen, besonders immer aus zwei Epochen: von Septimius Severus
bis Alexander Severus und von Constantin bis Gratianus; sehr
wenige aus der früheren Zeit und diese ganz verwischt.... Die
Münzen von Constantin bis Gratian sind hier im Ueberfluss und
hier war es auch, wo vor drei Jahren die 6000 Silberstücke aus
jener Periode gefunden wurden."

Selbst bis nach ßecica (Romula) hinauf, 50 Kilom. vom Donau-
ufer entfernt, lässt sich der lebhafte Verkehr jener späten Zeit ver-
folgen. Bolliac sagt60), dass dort „Münzen aus den beiden Epochen
von Septimius Severus bis Aurelian und wieder von Constantin
bis Honorius gefunden werden."

5S) Trompetta Carpatilor Nr. 1010 20. Aug./l. Sept. 1872, wieder abgedr.
bei Odobescu a. a. O. p. 244 f.

57) Siehe die Literatur bei Aschbach p. 23 Anm, 3.

58) Aus dem Magazinul istor. pentru Dada II wieder abgedruckt bei Odobescu
a. a. O. p. 219.

59) Aus dem Monit. off. 1869 Nr. 222 f. abgedr. bei Odobescu a. a. O. p. 241.

60) In demselben Artikel, bei Odobescu p. 262.
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