Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 234
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Fast auf allen Quadern der Podiummauern, sowie auf diesen
Decksteinen sieht man Spuren einstiger Malerei und zwar einer
wiederholten Bemalung. So folgen Schichten von pompejiroth, weiss,
blassgrün, blassgelb und zuletzt wieder pompejiroth.

An den nördlichen Theil der Podiummauer sind drei Kammern
angebaut (1, 2, 3). Die Entfernung der Mitte des Ostthores (I)
von der Mitte der Thür der Kammer 1 beträgt im elliptischen Bogen
der Podiummauer gerechnet 19'26- die Entfernung der Mitte der
Thüren der Kammern 1 und 2 19'09; die ebenso bestimmte Ent-
fernung der Kammern 2 und 3 18-62 und endlich die Entfernung
der Kammer 3 von der Mitte des Westthores (K) 19*86. Die Kammer

1 ist im Lichten 243 br. und 2*7 tief; die Thüre ist 0*57 breit,
die Dicke der Mauern beträgt 0*6, die höchste erhaltene Höhe 1*54.

Die Breite der zweiten Kammer misst im Lichten 3*26, die
Tiefe 2*8, die Thüre ist 0*48 br. Die Mauer ist ebenfalls 0*6 breit '
und die höchste erhaltene Höhe beträgt 2*52. An der Rückwand
befindet sich eine zweite Thür, welche 1*11 br. ist. Die Schwelle
dieser Thür liegt höher als der Boden der Kammer, zu welchem
Stufen hinabführen.

Die dritte Kammer hat 2 M. Breite, 2 48 Tiefe, die Thüre ist
0 46 br. Die Mauerdicke ist 0-6 und die höchste erhaltene Höhe

2 M. In die Oberseite der Seitenmauern dieser Kammer sind fünf
Stufen eingeschnitten, deren Höhe 0*26 beträgt. Auf diesen Stufen
ruhten unmittelbar die Sitzstufen und bildeten so die Dicke der
Kammer. Sie wurden zum Theile noch in der Arena aufgefunden.
Eine mass 2*3 in der Länge, 0*57 in der Breite und 0*26 in der
Höhe.

Die Kammer 5 an der Südseite ist 3*42 br.; 3*50 tief. Die
Mauerhöhe beträgt 2*02, die Stärke 0*6 — 0*7. Die Schwelle
wurde noch in situ gefunden. Es scheint, dass diese Kammer ge-
wölbt war. Die Bestimmung der Mauertheile a und b ist unklar.

Die Kammer 4 ist an die südliche Mauer des Ostthores an-
gelehnt. Die Breite beträgt 2*6 und 3*5, die Tiefe 2 7 und 3'45;
die Dicke der Mauer 0*6 • die höchste erhaltene Stelle 2*47. Die
Wände waren bemalt.

Parallel mit dem Podium läuft die Aussenmauer in einer Ent-
fernung von 13*82—14*24. Unweit des Westthores, zwischen den
Strebepfeilern 16 und 20, springt die Aussenmauer um 3 22—3*85
vor. Sie ist an dieser Stelle gleichfalls elliptisch gekrümmt. Die
Stärke der Mauer wechselt zwischen 0*9 und 1*7. An die Innenseite
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