Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 235
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1885/0245
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
der Aussenmauern setzen im rechten Winkel Mauerfortsätze an,
von welchen im Ganzen 25 aufgedeckt sind.

Die Länge ist verschieden von 4*75 (12 und 14) bis 7*9 (5).
Die ungewöhnliche Länge des Mauerfortsatzes 21 (8*75) erklärt sich
daraus, dass er als Fundament für eine Stiege diente. Die Breite
wechselt zwischen 0*6 und 1*2. Auch der Abstand zwischen je
zwei Mauerfortsätzen ist sehr verschieden. Die Strebepfeiler der
Aussenwand sind nicht minder unregelmässig angebracht. Die kleinste
Entfernung zwischen Strebepfeiler 15 und 16 beträgt 2*1, die grösste
zwischen 17 und 18 11*45. Der Strebepfeiler 21 ist bis zu einer
Höhe von 2*5 erhalten, sonst beträgt die Höhe durchschnittlich
nicht mehr als 0'9. Es scheint, dass auch die Aussenwand, und
zwar gleichfalls wiederholt, bemalt war, worauf Reste von bemaltem
Stuck, welche zwischen Strebepfeiler 5 und 6 und 20 und 21 ge-
funden wurden, hindeuten.

Die nördlichen Seitenmauern der beiden Thore verschmälern
sich in der Richtung gegen die Arena zu, und zwar beträgt die
Länge dieser schmäleren Mauertheile beidemale 4*21. Dieses Mass
mag die Breite des untersten Theiles der Cavea, welcher dann durch
eine Präcinction von dem oberen Theile getrennt war, bezeichnen.

Den Haupteingang bildete das Ostthor, dessen nördliche Seiten-
mauer 16*2, dessen südliche Seitenmauer 17*58 lang ist. Neben der
nördlichen Seitenmauer läuft eine zweite Mauer in der Entfernung
von 1*48 (c—d), welche auf diese Weise einen Gang im Thorweg
bildet. An dem Ausgange dieses Ganges in die Arena ist noch
die Thürschwelle erhalten.

Die Breite des äusseren Thoreinganges beträgt 4*37, die des
inneren 4*09. Die Dicke der Südmauer wechselt zwischen 1*5 (am
äusseren Eingang) und 1'03 (am inneren), die der Nordmauer
zwischen 1*48 (bei 2) und 1*1 (bei der Arena). Das Thor scheint
nach den Bruchstücken des Schuttes, welcher den Thoreingang
füllte, gewölbt gewesen zu sein. Zu beiden Seiten des äusseren
Thoreinganges führen Stiegen zur Cavea empor. Und zwar an der
Südwand an jener Stelle, wo der Sockel des Strebepfeilers die
Mauer um 0*7—1*0 verbreitert (1—2). Die Höhe der Stufen beträgt
0 32—0 33, die Breite 0*36, die Länge 0*7. Die Stiege an der
Nordmauer hatte Stufen von 068 Länge, 0*22 Höhe, 0*4 Breite.
An der südlichen Seitenmauer, 3*55 von der Stiege entfernt, be-
findet sich eine Nische, im Halbkreis 0"46 tief, welche durch einen
Bogen geschlossen wurde (e); unten springt ein Gesimse vor. An
loading ...