Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 254
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C. I. L. III p. 522 n. 4116:

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C.ikovce bei Warasdin im Schlosshof des Grafen Festetics, 1 M. über dem
Erdboden eingemauert, ea. 2 M. 1., 1 M. br.

Z. 2: TAVORIS, bei Mommsen FAVORIS
Z. 3: ANN „ « NN

Der Stein endet unten in einem Halbkreis, in welchem ein unbewaffneter
Mann auf einem Pferde sitzt.

Martin Ljubic Viestn. IV p. 88.

Ebreichsdorf. September 1882 fand man am Ende des Schlossparkes von
Frau Mathilde Gräfin Pongracz zwei röm. Grabsteine, von denen der eine schon
früher bekannt war und im C, I. L. III n. 4594 nach Clusius als im Besitze Becks
ehemals befindlich publicirt ist; sie waren in älterer Zeit daselbst als Materiale
beim Bau einer Brücke verwendet worden und sind wahrscheinlich in der Nähe
gefunden. 'Der Punkt des neuen Fundes markirt eine Stelle der von Vindobona
nach Scarabantia führenden Strasse, deren Zug auch durch die zahlreichen Ueber-
reste römischer Denkmale im nahen Weigelsdorf bezeichnet wird.'

Der zweite, bisher unbekannte, 'war für ein Ehepaar bestimmt; sehr beschädigt.
Oben sieht man einen Mann in Halbfigur mit der Tunica bekleidet, die r. Hand der
Frau zu seiner Rechten reichend; diese hat in den Nacken fallendes Haar. Die
Gesichtszüge beider sind unkenntlich. Diese Gürtelbilder sind fast lebensgross und
ziemlich gut gearbeitet. Unter ihnen die äusserst verwitterte Inschrift, in der nur
einzelne Buchstaben mehr halbwegs deutlich sind. Unten wie es scheint ein
Delphin. Die Steine sind jetzt von der Gräfin an geschützter Stelle im Schlosse
gut sichtbar aufgestellt.5

351. D M

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CARIS SIM • AN

sie XLV H S I • P • E R N I

5 C VIVS ■ SIBI

P - SVIT

Nach v. Sacken Mitth. d. Centralcomm. VIII (1882) p. CXXXVIII f. Z. 1:
Atbr[e]l{ius). Z. 4 — 6 vielleicht zu lesen: h(ic) s(itus) [e](st) p\at]er [fil]i[o] vi(v)us
(seil, et) sibi p(o)suü.

Mitth. d. Centralcomm. VI p. CXVII f. (Inschriften aus Carnuntum) = Arch -
epigr. Mitth. Bd. V p. 203 f. u. IV p. 128.

Wien. 352. 'Inschriftstein, gefunden bei den Erdarbeiten, welche durch die
Herstellung der Gartenanlage vor dem neuen Rathhause veranlasst wurden (1879).
Jetzt im städtischen Museum. H. 0*30, br. 0*14, d. 0*10, oben und unten mit Ge-
simsen versehen, die aus einfachen Rundstäben von verschiedener Stärke gebildet
werden. Die obere ebene Fläche wird von einem aufstehenden Rande eingefasst,
so dass eine seichte viereckige Vertiefung entsteht, in welche ein Bildwerk hinein-
gestellt werden konnte (ara cum sigillo oder signo).

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