Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 267
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393. Im Februar 1884 wurden gelegentlich einer Hopfenbauanlage auf den
bisherigen Ackergründen der Villa „Minna Stiger" in Lava bei Cilli auf ca. 0-85 Tiefe
in einem Grabe ausser anderen Gegenständen 4 Thonlampen gefunden mit den
Stempeln : ATIME — FORTIS — VIBIANI — VRS

Riedl, Mitth. d. Centralcomm. IX p. LXXII.

394. Im Jahre 1881 stiess man bei Erdarbeiten in der Grazergasse in Cilli
auf die Reste eines römischen Hauses. Ausser anderen Stücken fand man einen
silbernen Ring, aussen mit der Ornamentik einer wellenförmigen Linie, begleitet
von Punkten. Innen trägt er die Buchstaben : . I. AO. IAC. O . A . I. O Anfang und
Ende stossen auf der Innenseite nicht zusammen, sondern sind durch einen leeren
Zwischenraum getrennt, wo der Ring gelöthet erscheint, auch ist an der entspre-
chenden Stelle der Aussenseite die Ornamentik verschoben.

Ebenda eine Lucerna (ohne Sculptur), auf deren Unterseite: OCTAFI Oct(avi)
fi(glina ?)

A. Heinrich, Mitth. d. Centralcomm. VII (1881) p. CI.

395. Gelegentlich der 1880 vorgenommenen Abtragung eines Hügels bei Ber-
nardin nächst Wels wurden verschiedene Funde gemacht. In einem röm. Kindergrabe,
dessen ganzer Inhalt ins Museum Francisco-Carolinum kam, eine Thonlampe ge-
wöhnlicher Form mit CRESCe|s.

An der westlichen Seite des Hügels eine Lampe gewöhnlicher Form mit
C DESSI

An der östlichen Seite des Hügels ein Bodenfragment einer Lampe mit der
Inschrift: NERI.

Kolb in Mitth. d. Centralcomm. VII p. LXXI f.

Wels. 396. Bei Aufdeckung des Coemeteriums fand man Thonlampen mit den
Töpferstempeln: OCTAVI — PAT(erm) — VIBIANI

Ebenda einen geschnittenen Stein mit den Buchstaben PÄD
Diese Stücke sämmtlich im Museum Francisco-Carolinum in Linz.
Kenner, Mitth. d. Centralcomm. VIII (1882) p. CIL

397. Im Museum Francisco - Carolinum (Linz) wurde die keramische Ab-
theilung neu aufgestellt; dabei ergaben sich als bisher in diesem Museum (vgl,
C. I. L. III 6010 ff.) noch nicht als vorhanden bekannte Töpfersiglen:

AVRELIVSI — IVLI-MAN — IVSTS FE — ÜNVMNIÜ — OPRASF (C. I. L. 60 1 0 , 264
ohne F am Schlüsse, Fundort Linz) — POLIAn/ (Fundort Enns) — OJ/a/ —
Retrograd: RECIN/— RECVILüS FEC — RIISTVTVS — /RICIAA (Fundort Schlögen) —
SIIVIIRIAJWS F Severianus f{ecit) (Fundort Schlögen), von ebendaher stammt das
Exemplar C. I. L. n. 60 1 0, 206 b — VICTOR FEC (Fundort Enns) — VICTOR F (Fund-
ort Enns) — Retrograd: VICTORINVSF ad C. I. L. 60 10, 234 — Retrograd: VRBO FE
Nach Kolb, Mitth. d. Centralcomm. IX p. CXXIII.

398. In Mauer an der Url wurden im Umfange des röm. Gestelles drei Bruch-
stücke von Ziegeln mit Stempeln gefunden und zwar zwei Exemplare mit MVR-D
und eines mit FI, welche in den Besitz des k. k. Antiken-Cabinets in Wien gelangten.

Dungl, Mitth. d. Centralcomm. VI (1880) p. XCVI.

RAETIEN

Bregenz. 399. Bruchstück einer Bronzetafel, 1840 in Bregenz auf dem Aurat-
Plateau ausgegraben, neuestens dem Landesmuseum abgegeben; nur der Anfang
der Inschrift, in sogenannter Pinselschrift, erhalten.
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