Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

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mit thönernen Irrigationsröhren und viele Kupfermünzen, meist aus
neuerer Zeit; Sabstructionen von Mauern und Häusern kamen aber
nirgends zum Vorschein.

Zu Anfang meines Aufenthaltes war alles Suchen nach antiken
Inschriften in Sofia vergeblich gewesen. In den letzten Jahren war
ich etwas glücklicher.

1. Im J. 1882 wurde das Badehaus der Thermen restaurirt.
Das Hauptgebäude ist ein Hexagon mit einer guten Steinverkleidung
aus regelmässigen Quadern an der Aussenseite und einem vielleicht
sehr alten Bassin im Innern. Daran stiess an der Ostseite ein
Nebengebäude, die „Bulgarbanjasy", gebaut aus unbehauenen, aus
dem Flussgeröll geholten Steinen, jedes Stück eingefasst zwischen
vier flachen Ziegeln. Die Fundamente bestanden aus gewaltigen
unregelmässigen Blöcken; auf einem derselben (seitdem wieder zu-
gemauert) sah man einige grosse Buchstaben:

o n o r

A A S I
NAECaa

2. Bei dem Baue des Hauses des Herrn Generalsecretärs Petkov
fand man 1884 eine zerschlagene lebensgrosse Statue eines Mannes
in der Toga und mit einer Schriftrolle in der Hand, sowie einige
Säulenfragmente, viele Ziegel und Quadern und einen 72 Cm. hohen
und 36 Cm. breiten Inschriftstein:

|A Y P H A I O
<< O A (JU N I O

Aonnoi

K 6 / OKA
5 [KOAUJNIO

ö. Im Pflaster der Kirche Sveti Spas lag ein Stein (jetzt in der
Nationalbibliothek), darauf oben zwei Figuren, eine davon mit Schild
und Speer, darunter auf einem zweiten Felde ein Mann zwischen
zwei Pferden, und zuletzt die Grabschrift eines civis Amhianensis
(meine Abschrift ist von Herrn Brozka, Lehrer am Gymnasium zu
Sofia, nochmals verglichen):

Are.häologisch-epigraphische Mitth. X

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