Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

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legen wollte, Hess die Mauer aus Wissbegierde in der Länge von
ungefähr 20 Schritt blosslegen und dann wieder zuschütten. Der
Fund zeigte, was für Ueberraschungen unter dem Niveau der
jetzigen Stadt noch verborgen liegen.

Es gibt hier auch einige Inschriften, leider sämmtlich in ver-
wittertem Granit, so dass die Ausbeute gering ausfiel. Die frisch
ausgegrabenen Stücke sind besser erhalten.

1. Auf der Aussenmauer des im Jahre der Hedschra 973 (1566)
erbauten Bades Derwisch-Hamam eine Tafel, M. 135 breit, 0*49 hoch,
mit einem einfachen, 0*17 breiten Rand:

nANTACOCOICTeiXOYCIN
An ACTGOC HAG TIPOCACTY
A6YCCUUH6 I COPOUU

TTavTac;, öaoi crreixoucriv «tt aaieoc; r\be irpöc; äoiv,
Xeucrcra) fj eicropöuu.

2. Am sogenannten Taschköpri (türk. Steinbrücke) im Strassen-
pflaster ein Fragment mit grossen Lettern: ntoc.

3. In der Asparuchgasse im nordöstl. Theile der Stadt im
Strassenpflaster eine inscriptio bilinguis27):

I6INOYAi
6C0A AUA P Ai
F 6 I66NA 6YN.6Y
l H P UU € N IA I n A P WI
IOT € N 6 IAC6N A
I A E H I CCVNCTAG
D ENTI AG SOLV
EXANDER Nl

4. Im Jahre 1884 grub man in den türkischen Friedhöfen am
Gabelpunkt der Strassen nach Sofia und Dupnica einen Inschrift-
stein aus, 2 M. lang, 1 M. breit (Oopie des Herrn Realschuldirectors
Ivancov):

27) [Es scheinen daktylische Verse zu sein, und einiges erkennt man, wie
Z> 2: ecF0\a irapd, Z. 4: evl AnrapCD , Z. G: hic cuncta, Z. 8: [Al]exander, aber
die Bedeutung- des Ganzen bleibt uns unklar. A. d. R.]
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