Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

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lichkeit des Herrn Charles Brophy, britischen Consuls in Burgas,
eine (nicht von ihm selbst aufgenommene) vollständigere Copie. Jetzt
während des Druckes der vorliegenden Seiten erhielt ich durch die
Freundlichkeit des Herrn Dobrusky, der schon in der „Marica"
Nr. 729 von der Inschrift eine Abschrift in Cursiv publicirt hatte,
aber nur bis zu den Worten evrröpiov T~H£oc; und ohne Zeilenthei-
lung, eine vollständige von ihm selbst genommene Abschrift. Nach
seiner Beschreibung (aus Philippopel, 28. Mai 1885) ist der Marmor
1*16 M. hoch, 1*13 M. breit; die Inschrift selbst nimmt eine 089 M.
hohe und 0*55 M. breite Fläche ein. Die Schrift ist in den Zeilen
1—7 3 Cm., in Z. 8—11 V/q Cm., im Rest nur 1 Cm. hoch. Ober-
halb der Inschrift befindet sich ein dreieckiges Tympanon mit Pal-
metten an den Ecken und mit einem Pfeil in der Mitte. Noch
unlängst war das Denkmal ganz unversehrt. Die Einwohner von
Cakyrlar aber meinten, der Stein berge in seinem Innern einen
Schatz und spalteten ihn entzwei. Das abgebrochene Stück (links
unten) liegt jetzt im Boden vergraben, und die Bauern wollten um
keinen Preis einen Spatenstich zu seiner Hebung unternehmen, um
das vermeintliche grosse Geld ja nicht einem Fremden in die Hände
zu bringen. Die Inschrift berichtet uns über die Gründung des
aus den Itinerarien wohlbekannten Pizus in der Zeit des Kaisers
Septimius Severus, nennt zwei thrakische Dörfer, sowie zahlreiche
Personen mit thrakischen, römischen oder gemischten Namen, wie
dieselben auch auf den Inschriften des nahen Beroe (Eski Zagra)
vorkommen82):

l) [Die Inschrift fällt nach dem in Z. 9 u. 10 stehenden Datum in das
Jahr 202; Z. 4 ist der Name von Geta getilgt. Der Anfang- lautet: 'AyaOr^ x^x1!1-
'Ytrep xfjc; tüjv lueYiaxaiv Kai Getoxdxuuv aÖTOKpotTÖpujv A. Ie7TXi|iuou leouripou
TTepTivaKoc; k(cu) M. AüpnfAiou) 'Avxuuveivou leß(aaxwv) [k(al) TT. leimjinou Rxa
Kaiaapcx;] K(ai) 'louXiaq Aö|uvn<; pirpcx; Kdöxpujv veiKn«; Kai aluuviou öia|uovf)c;
Kai toü öuvrravxoc; aüxujv oi'kou Kai i€pac; auvK\nxou Kai ör)|uou xou 'Puu^aiuuv
Kai iepüjv axpaxeu|udxujv eKxiaGrt Kaxd öuupedv xu)v Kupiuuv eviröpiov TT(Zx><; exri
uirdxuuv xujv Kupiuuv aüxoKpaxöpuuv A. Ieir(xifi{ou) Zeourjpou TTepxivaKoq k(ai) M.
Aijp(r|\iou) 'Avxuuvewou Xeß(aaxujv) K(aij juextuKiaav eic; auxö oi uTrox€xa[/fjMevoi.
Hierauf waren in der Inschrift verzeichnet (uTroxexayiLievoi = subiecti) die Ueber-
gesiedelten, aber in den geringen Resten ist die Lesung und selbst die Anordnung
mehrfach unsicher. Nach der Abschrift kann es scheinen, als sei nach imoxexaY-
fi^voi etwas getilgt und es sei das darauf folgende oi oiKrjxopec; und das darunter
stehende 'Apx^Xaoc; 'AkuXou, beides anscheinend in kleinerer Schrift, später nach-
getragen. In der folgenden Zeile steht zunächst Kuüjurjc; iKeXaßpuic, Kuuiunt; XKeirxujv;
das Weitere ist mir nicht klar, am Schluss scheint 'Avxuuvi'ou und vielleicht kurz
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