Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 110
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AM I C V S ■
/GVSTALIS
5 /4VN ■ BRIG • AN

[O N I N I A N I
\u ■ S • L • M •

[ftyivictoy] D{eo) M(ithrae) . . asuinni[us ?] Arnims [A]ugustalis
mun(icipii) Brig(etionis) An[t]omniani [v(otum,)] s[olvit) l(ibens) m(erito).

Der Beiname Aidoninianum für das Municipium Brigetio er-
scheint hier zum ersten Male. Es fällt demnach die Erhebung von
Brigetio zum Municipium in die Zeit des Caracalla, nach dem auch
die hier stationirte Legio 1 adiutrix den Beinamen Anfoniniana er-
hielt, cf. C. I. L. III, 4364.

7. Stele aus Kalkstein , h. 2 27, br. 0*75. Inschriftfläche
h. 0"61, br. 052. Die Vorderfläche der Stele ist durch einfache
horizontale Rahmen in drei Felder getheilt, deren mittleres die In-
schrift trägt. Im oberen erhebt sich auf korinthischen Säulen ein
mehrfach umrahmter Reliefgiebel. Zwischen den beiden Säulen ist
ein mit zwei Bändern verzierter Kranz, der eine Patera umschliesst,
dargestellt; im Giebelfelde ein sehr stark abgescheuerter Porträt-
kopf [?] über einer quer über die Fläche sich ringelnden Schlange.
Ueber den beiden Schenkeln des Giebeldreieckes, parallel mit den-
selben, ist je ein Delphin , mit dem Kopfe nach abwärts gerichtet,
angebracht.

Das dritte, untere Feld, das sich an die Inschrift anschliesst,
enthält verschiedene Werkzeuge, nämlich (von links nach rechts):
ein Winkelmaass, zwei Bohrer, ein Doppelbeil, ein Scrinium mit
Rollen, ein Beil mit halbmondförmig gekrümmter Schneide (Trepixoueüc;,
Blümner Technol. I Th. II Fig. 27) und einen Schusterleisten.

Die Inschrift lautet:

D Vi

/ O N O N I V S
V'TAL ISANXL
I i M Q_l A M W R I
5 VSVE T L E G I AD PF
PAElONh JNV,
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