Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 117
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es r. Armes. Er ist ebenso bekleidet wie Orestes. Die Hände
hat er gefesselt, die Beine scheinen frei zu sein. Seiner Körper-
haltung nach wandte er sich vielleicht nach r. gegen Iphigenie hin.
Von letzterer ist nur mehr der Unterkörper erhalten. Sie steht r.
vom Altare und ist mit langem Chiton, Himation und Schuhen
bekleidet.

Rechte Nebenseite: Links steht Marsyas halb en face nach
r., nackt , die Füsse gefesselt, die Hände hinter dem Rücken an
einen Baumstamm gebunden. Kopf und oberer Theil der Brust
fehlen. R. von ihm hockt der Skythe nach L, bloss mit phrygischer
Mütze und zurückflatterndem Chlamydion bekleidet. Mit der L.
schleift er auf einem halbkugelförmigen Steine sein Messer, mit der
R. weist er auf Marsyas, während er sich zugleich nach Apollon
umsieht. Letzterer steht, den Körper en face (r. Standbein; Kopf
und oberer Theil der Brust fehlen), nur mit langer, auf der Brust
genestelter Chlamys bekleidet, 1. von einem altarähnlichen Pfeiler,
auf den er mit der ausgestreckten L. (sie ist nicht mehr erhalten)
die Leier stützte. Der r. Arm scheint nach Maassgabe eines er-
haltenen Restes nach 1., gegen Marsyas hin ausgestreckt gewesen
zu sein (?).

4. Sitzende Athenastatue aus Kalkstein. H. (mit Basis)
1*33, Br. 0*55. Kopf, r. Arm und 1. Hand fehlen. Gef. in O-Szöny.

Die Göttin sitzt auf hohem Throne mit Rücken- und Seiten-
lehne. Die Rückenlehne ist giebelförmig abgeschlossen und trägt
als Basis des Giebeldreieckes ein horizontales Reliefband. Ein
gleiches zieht sich an der Vorderseite der 1. und an den Aussen-
seiten beider Armlehnen oben hin. Die Göttin sitzt strenge en face
da; der 1. Vorderarm ruht auf der entsprechenden Armlehne, der
r. ging vom Körper weg; der r. Fuss ist etwas zurückgestellt. Die
Gewandung besteht in langem jonischem Chiton und Himation.
Letzteres ist um Leib und Beine geschlungen, geht dann hinter
dem Rücken hinauf und fällt über die 1. Schulter und den 1. Arm
herab, welchen es bis zu der Stelle, wo die Hand abgebrochen ist,
verhüllt. Die Füsse sind mit Sandalen bekleidet. Auf der Brust
trägt die Göttin die Aegis mit wulstartig umgebogenem Saume und
geflügeltem, unter dem Halse mit Schlangen versehenen Gorgoneion.
Zur R. Athenens stand auf der Basis, an die Vorderseite der 1.
Armlehne anschliessend, der Schild, von dem nur mehr die rück-
wärtige Hälfte erhalten ist. Er war von einem Reliefbande um-
rahmt. Im Saume des r. herabfallenden Himations, ungefähr in der
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