Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 142
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In Kavakli zeigte man mir eine 9 Cm. lange, hohle, der Länge
nach zu öffnende Bronzefigur eines sitzenden Hahnes, gleichfalls
zu Gross - Monastir ausgegraben. Mein sehnlichster Wunsch war,
den waldigen Grossen Monastirberg zu besteigen, um das Castell
auf dem Gipfel und die alten Eisengruben zu sehen, aber ein
heftiges Gewitter vereitelte meinen Plan, umsomehr als die hiesigen
vereinzelten Berge sammt ihrer Umgebung öfters vom Blitzschlag
getroffen werden. In Kavakli hatte ich gehört, nahe am Gipfel sei
von den Monastirer Bauern unlängst ein Gefäss mit 100 Stück
Silbermünzen des Königs Lysimachos gefunden worden, aber im
Dorfe selbst, wo mein antiquarisches Treiben ohnehin den Verdacht
der Schatzgräberei erregte, wollte Niemand von Münzfunden etwas
wissen.

Auch über die Vergangenheit des Ortes war nichts zu erfragen,
nicht einmal über den Ursprung seines klösterlichen Namens; die
Erinnerungen der jetzigen Einwohner reichen nur bis zu den anar-
chischen Zeiten der Kirdzali's zurück, wo (um 1800) Monastir, da-
mals angeblich das Centrum einer Nahia (Gerichtsbezirk), von den
osmanischen Daghli's aus der Gegend von Chasköi ganz eingeäschert
wurde. Ich habe früher einmal (Monatsberichte S. 455) die im
14. Jahrhundert von Eremiten bewohnte öde Landschaft Paroria
oder Mesomilion an der damaligen Grenze zwischen den Bul-
garen und Griechen, wahrscheinlich identisch mit den von Theo-
phanes (ed. Boor I. 497) genannten MnXecuva xfjc; Opaicn.«; des 8. Jahr-
hunderts, in die Gegend von Monastir verlegt. Der Ort mit den
Resten einer alten Kirche und mit seinen ringsumher im Walde
zerstreuten Capellen passt ganz gut für die Lage des einstigen
Klosters des Gregorios Sinaites und seiner Schüler, das mit einem
vom bulgarischen Caren Joannes Alexander erbauten irüpYOc; be-
festigt und von kleineren Kirchlein, Eremitenzellen und Höhlen-
wohnungen umgeben war. Die in der Legende überlieferten Namen
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