Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 161
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früher Ak-jazyly genannt), wo die Ruinen von Deultum liegen.
Eine „gute" alte Burg liegt bei Fakia selbst, auf einem schroffen
Berg gegen NW. Eine andere, Sarp-Hassan-kalessi genannt,
befindet sich östlich von Fakia, eine halbe Stunde gegen SO.,
nach Madles-köi zu, am Ufer der Fakijska Reka. Ein grosses
Castell, angeblich noch mit aufrecht stehenden Mauern, steht auf
dem Gipfel einer hohen, auch von Burgas aus gut sichtbaren waldi-
gen Kuppe weiter unterhalb an der Fakijska Reka, bei dem Dorfe
Gerge Bunar, südlich von dem auf der österreichischen Karte

V

eingezeichneten Kyryk Caly, nahe bei den Resten eines alten
Weges. Noch weiter gegen NO. soll es bei Dzemeren gleich-
falls Trümmer einer Burg geben. Diese Reihe von Castellen in
der Gegend von Fakia mit Spuren alter gebahnter Wege entspricht
der Route von Deultum nach Ostudizus (bei Hafsa) im Itinerarium
Antonini. Die 18 römische Meilen von Deultum entfernte Station
Sadame fällt ohne Zweifel nach Fakia. Die zweite Station Tar-
podizus gehört nach der Distanz sowohl von Fakia als von Hafsa
in die Gegend der byzantinischen Burg ZKÖTreXoq, deren Ruinen
nördlich von Petra und südwestlich von Erikler liegen24).

s4) Das alte Strassenpflaster zwischen Karabunar und Fakia nebst einer
Fortsetzung im Wald südlich von dem letzteren Orte erwähnt auch eine russische
militärische „Beschreibung des Weges von Constantinopel nach Ocakov" (Peters-
burg 1821), welche auch die angeblich kreisrunde Burg „St. Georg von Fakia"
auf einem „zuckerhutförmigen" Berge über dem Dorfe kennt. Restes (Tun ancien
pave" ebendaselbst bei Boue, Recueil d'itinerair es I 128. Skorpil (S. 13) sah
das Pflaster zuerst 20 Minuten südlich von Karabunar und dann rechts oder links
von der Strasse, obwohl es hie und da auch ^anz verschwindet, dann südlich von
Fakia an der rumelischen Grenze zwischen Kaibilare und Gross-Almali; nach ihm
ist es 7-3 M. breit und hat in der Mitte und zu beiden Seiten je eine Reihe grosser
und flacher Steine, zwischen denen kleineres Material eingedrängt ist. Ausser den
Burgen von Fakia erwähnt er (S. 43. 44) zwei Castelle bei Kisildzik-klisse
(unweit südlich davon) und die Reste einer Ansiedelung östlich von Fakia zwischen
Madlesköi, Almali und Kodzabuk: die Fundamente eines Gebäudes mit drei Bas-
reliefs (Jäger zu Pferde mit Hund und Hirsch, stehende und sitzende Personen
u. s. w.), darunter eines mit 10 Zeilen unleserlicher griechischer Schrift. — Die
Burgraine von Skopelos ist auf Kiepert's Generalkarte (1870) gut eingetragen.
Zwei alte russische Relationen von Oberst Lehn 1793 und Capitän Duhamel 1827
erwähnen dieselbe am Westufer des Tekedere, nördlich von Petra, als Ruine
Skupel os oder Eskipolos-Kalessi, bestehend aus einem Thurm mit
Zinnen, desgleichen Boue op. cit. I 128 als vieille tour grecque auf einem
Berge eine Lieue westlich vom türkischen Dorf „Erekli". — Manche Karten
haben Erekli oder Erikler irrthümlich zweimal angegeben, rechts und links vom
Thal des Tekedere, oft an b e i d e n Stellen (wie die russische Karte von Arta-
monov) mit dem eingeklammerten Namen Eskipolos.

Arcliäologisch-epigraphische Mitth. X \\
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