Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 165
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In der Gassenfront eines Hauses von Sozopolis sieht man
hoch eingemauert ein vom Wetter geschwärztes Basrelief in drei
Feldern: oben eine liegende Person auf einem Ruhebette vor einem
dreifüssigen Tischchen, darunter ein nach rechts gekehrter Reiter,
endlich wieder ein liegender Mann und neben ihm eine sitzende
Frau. Ausserhalb des Isthmus, gegen SO. von der Stadt, befand
sich die alte Nekropole der Apolloniaten, auf welcher zur Zeit
meiner Reise von einigen hiesigen Bürgern Ausgrabungen veranstaltet
wurden, angeblich um den Schatz des Lysimachos zu finden. Die
dortigen Funde zeigten aber nur den bescheidenen Hausrath einer
kleinen Seestadt: an 20 meterhohe zweihenklige Thonkrüge, zum
Theil mit Fabriksmarken an der Kehle (apxeaa, ArAenNo, oeose. . .),
einfache thönerne, bronzene und gläserne Gefässe, kleine Grab-
lampen, eine kleine röthliche Vase mit schwarzen Ornamenten und
eine schwarze mit weissen Linien, ein Kranz keramischer vergol-
deter Kügelchen an einem Draht u. s. w.

Die Küste westlich von Sozopolis ist unwirthlich und steil,
überragt von waldigen Bergen, unter denen sich besonders der hohe
Bakar Bair (türk. „Kupferberg") bemerkbar macht, bei welchem
Herr Skorpil neben Lagern von Kupfer und Eisen (Haematit) auch
Spuren von Gruben nebst Schlacken aufgefunden hat27). Die Nähe
von Apollonia, Anchialos und der römischen Colonie Deultum,
welche sämmtlich Münzen prägten, verleiht diesen Resten eines
alten Bergbaues ein doppeltes Interesse. In dieselbe Gebirgsland-
schaft fällt die Entrevue des Kaisers Andronikos mit dem bulga-
rischen Caren Michael 1328 ev tok; AeYouevoic; KpnuvoTc; zwischen
Sozopolis und Anchialos (Kantakuzenos 1. 340).

Die niedrige Westseite des Golfes von Burgas ist von drei
grossen Lagunen umgeben. Von Sozopolis aus erreicht man zuerst
den See von Mandra (nach einem Dorfe so genannt, bulg. Man-
drensko jezero, türk. Mandra-gölü), ungefähr 15 Kilom. lang, aber
nur an 2 Kilom. breit, welcher allein unter den genannten Küsten-

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27) Skorpil, Die Naturschätze von Bulgarien (bulg\), Philippopel 1884 S. 66.
— In der zweiten Schrift (a. a. O. S. 44) erwähnt er die Reste eines viereckigen,
au den Seiten 40 Schritt langen Castells auf dem Gipfel des „Bakar Dag".
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