Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 170
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Brunnen einen gut erhaltenen Marmorstein (0'68 fr., 0*58 br.), dar-
auf ein Basrelief mit einem Reiter und die Worte:1,a):

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MENO es FLAVIA - VERA
CONIVGI BENEMERENTI
ETSIBIETSVISVlVAFECf

[Z?zV] manibus, L. Tifovio L. lib(erto) Diadumeno Flavia Vera
coniugi benemerenti et sibi et suis viva fecit.

Von der alten Therme und den Lagunen von Burgas erstreckt
sich bis zum Balkan von Emine eine an 25 Kilom. lange und an
10 Kilom. breite Küstenebene mit schönen Mais- und Weizensaaten,
ausgedehnten Obstgärten und üppigen Weinbergen, die allerdings
an vielen Stellen durch Sümpfe oder durch trockene Einöden mit
Dornen und Disteln unterbrochen sind, links überragt von dem
niederen Balkan („Kücük-Balkan") von Aitos, rechts umsäumt von
der weiten blauen Fläche des Pontus und an vielen Stellen durch-
wühlt von tiefen Wildbächen (z. B. dem Cimo s südlich von
Mesembria), deren sonst trockenes Bett sich oft unversehens mit
gewaltigen, rasch abfliessenden Wassermassen füllt. Der höchste
Berg an der Westseite heisst Pepirina (Biberna Tepe der Karten).
Das ist der alte, in der byzantinisch-bulgarischen Kriegsgeschichte
berühmte k&uitoc; 5Ayxi(^ou (Theophanes ed. Boor I. 376. 433). Das
Gebiet bildet jetzt den Bezirk (okolija, eTrapxioc) von Anchialos mit
zwei Städten und 48 Dörfern mit sehr bunter Bevölkerung: 17.728
Einwohner, darunter 7426 Griechen, 5292 Türken, 4065 Bulgaren,
945 Zigeuner. Einige auffallend hohe Tumuli (Madzartepe, Catal-
tepe u. s. w. genannt), die auch auf der österreichischen General-
stabskarte ersichtlich gemacht sind3'2), ragen zwischen Burgas und
Anchialos und weiter z. B. bei Ravda empor.

Jetzt auch bei Skorpil S. 78 abgedruckt, der zu Anfang- L UTOVIO
gelesen hat.

3i) Dagegen sind die Dörfer Gospoddom, Staneova, Gancova der Karte hier

v

Niemand bekannt; wahrscheinlich waren es nur Gifliks, seit 1829, wo die alte
russische Karte gemacht wurde, längst anders umgenannt.
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