Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 173
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2. Ebendaselbst ein antiker Altarstein, von aussen einge-
mauert, 6 Cm. hohe Buchstaben :

AIIOAYM All 'OXuju-

n i a ttiuj.

3. Ebendaselbst im Inneren freistehend, 044 h., beschädigt32a):

ÄHYf I2IIAE2«

r h n o a y n pob//

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a Y t o y eyxapizti
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4 In der griechischen Schule, Stück eines Basreliefs, darauf
ein Mann in Toga, darunter:

nAATIa

/ YPriAYAOL mit kleiner Schrift? auf dem Sockel

yaeytai

TENOYE

. . . .[A]up(r]Xioq) ITauXoc; . . . |ßo]u\euTcu . . . yevous.

Ungefähr 15 Kilometer nordöstlich von Anchialos liegt die
uralte Colonie der dorischen Byzantiner und Chalkedonier, das im
Mittelalter als Grenzfestung des romäischen Reiches am Haemus,
als wichtigster Hafen des oberen bulgarischen Gebirgslandes und
als Zankapfel der Byzantiner und Bulgaren berühmte Mesembria,
dessen Geschichte ein ganzes Buch füllen könnte. Nur wenige
Wochen vor der Eroberung von Constantinopel, im Februar 1453,
fiel Mesembria mit dem nahen Anchialos in die Hände der Osmanen.
Die Lage ist ganz eigenthümlich. Die rothen Ziegeldächer der
Stadt stehen dicht beisammen auf einer am Rande an 12 M. über
dem Meeresspiegel emporragenden und im Innern noch höheren
Felsinsel, welche mit dem Festland nur durch einen ungefähr vier
Minuten langen, bei Seestürmen oft überflutheten, engen und nie-
drigen Isthmus zusammenhängt (xö örevdv, ev w r\ eicrßoXr) des
Kantakuzenos III. 362). In der Mitte des vielleicht künstlich ge-
schaffenen Isthmus bemerkt man an einer Biegung eine Stelle, auf

[32a) All i)\4j(ö[tuj] e[n:Ö7r]Tr) (?) TToÄ.u[ßi]o<; [t|wv t£[k]vuuv Kai [ejauxoü
euxapiaxripiov vergl. Hesych. 'Eiröirrrit;" Zevq und Apollon. Rhod. II 1123 — 33,
„bei dem in höchster Noth um Beistand gefleht wird" Welcker Götterlehre II 185.

O. B.]
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