Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 182
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Eine Steinplatte wurde von hier nach Varna gebracht, aber
man konnte sie dort nicht finden, um sie mir zu zeigen; eine Ab-
schrift des H. Radivojev bietet Folgendes:

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[Wohl Xp(i<TTd<s).

5

T UN A E E

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JV» U» N A P VO A

A Y E O Y E

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[ttJotujv f|-
juüuv 'Apfxja-
[biou k]a[icO]v[uj]p[iou]
Aö[t]ou[cttujv]. E.B.]

Im Osten ist der Ort überragt von dem Nordende des oben
erwähnten Küstengebirges, auf dessen Kamm im Walde eine Burg-
ruine liegt, angeblich viel grösser als das Polygon von Dispudak,
mit drei Ellen dicken Mauern. Die Einwohner von Dispudak, Ekrene,
und Balcik nennen dieselbe Hacuka, die von Kesteric aber
Kestric-kalessi. Am Fusse des Berges bemerkt man am
Rande des Batovadeltas die wenigen Häuser des armseligen Strand-
dorfes Ekrene (287 Einw.). Als Castri, Castrici wird die
Burg auf allen italienischen Seekarten des 14. und 15. Jahrhunderts
erwähnt. Das unten liegende C r a n e a ist nur in einem Portulan
vom Jahre 1408 verzeichnet; dagegen wird es als k<xcfre\Mov von
Varna einigemal in byzantinischen Urkunden genannt, in denen wieder
Castrici fehlt, und zwar erscheint es dort in Gesellschaft eines
zweiten, ganz ähnlich lautenden Namens: f| Kpavea und t& Tepdvia
um 1320 Acta patr. I 95, Tfjc; Kpavea^ Kai tüjv Tepaviiuv 1370 ib. I 528.
Dieser zweite Ort wird bereits im Alterthum erwähnt, bei Plinius
In. n. IV §.44: Gerania, ubi Pygmaeorum gens fuisse dicitur (zwi-
schen Dionysopolis und Odessus). An Krunoi — Dionysopolis
ist nicht zu denken, da dieser Ort, wie ich zeigen werde, nach
Balcik zu verlegen ist. Castrici war offenbar die Burg auf der
Höhe, Kranea der Landungsplatz an dem Fusse des Berges (jetzt
Ekrene) und Gerania vielleicht das polygonale Castell von Dispudak.

In dem folgenden Thale des Batovaflusses liegt oberhalb des
Sumpfes ein berühmtes türkisches Derwischkloster (Tekke) mit dem
Grabe eines muselmännischen Heiligen, welcher als Akjazyly Baba
bei den Türken, als St. Athanas bei den Christen eine grosse Auto-
rität besitzt und von Christen und Mohammedanern besonders zur
Entdeckung von gestohlenem Vieh angerufen wird. An dem soliden
Gebäude des Tekke^s aus gut zubehauenen Quadern und unter den
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