Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

Seite: 200
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Das historisch Werthvolle, das diese Inschrift zu bieten ver-
möchte, steckt leider in den oberen, arg zerstörten Zeilen, deren
Reste den Hinweis auf einen im skythischen Gebiete geführten
Krieg zu enthalten scheinen. Schrift und Stil des erhaltenen Theiles
aber lassen die Inschrift mit einiger Wahrscheinlichkeit zeitlich
fixiren. Die Inschrift von Sestos, welche von Garl Curtius (Hermes
VII, 113 ff.) veröffentlicht Dittenberger Syll. n. 246) und von
Jerusalem (Wiener Stud. I p. 32 ff.) hinsichtlich ihrer sprachlichen
Uebereinstimmung mit Polybius einer eingehenden Untersuchung
unterzogen wurde, bietet merkwürdige Analogien. Ich citire von
den bei Jerusalem hervorgehobenen Besonderheiten der Inschrift
von Sestos, die sich in unserer Inschrift wiederfinden: KaKorraGia
in der Bedeutung „Anstrengungu Z. 4 u. 32, in unserer Inschrift
Z. 7; den häufigen Gebrauch von eKxevr)^ und eKxevux; in der
sestischen Inschrift, die unsrige hat eKxevüJ^ Z. 13; ettiaxpeqpeer0a i
xivos „sich um etwas kümmern" (Inschrift von Sestos Z. 28;
Inschrift von Callatis Z. 27 f.). Die Abfassungszeit der sestischen
Inschrift ist durch die Erwähnung der letzten Attaliden bestimmt
und fällt sicher nach dem Tode Attalos III. Die Buchstaben unserer
Inschrift lassen diese Zeit sehr wohl zu. Eine spätere Zeit scheint
schon dadurch ausgeschlossen, dass im J. 72 Lucullus Apollonia
eroberte und seit dieser Zeit wohl schwerlich mehr das Apollo-
heiligthum, welches in der Inschrift erwähnt wird, bestand, da die
Colossalstatue, das Werk des Kaiamis, daraus nach Rom geschleppt
wurde. Aus früherer Zeit (Ende des 4. Jahrhdts.) ist uns über die
Schicksale von Callatis bekannt, was Diodor XIX, 73 und XX, 25
berichtet. — Im Einzelnen bemerke ich Folgendes: Z. 21. Zxpaxüj-
vct£ scheint bisher nicht belegt zu sein. — Z. 27. Man hat hier die
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