Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 10.1886

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für bartlos. Er steht auf einem in Relief gebildeten Stück Erd-
boden.

Neben solchen Bildern der Verstorbenen findet sich auch
mythologischer und symbolischer Gräberschmuck. Den liegenden
Löwen mit auf einen Widderkopf gelegter Tatze, wie er in Dacien
und Pannonien ganz gewöhnlich ist, fand ich in einem sehr rohen,
nur 0*58 langen Exemplar aus Sandstein vor dem Konak zu Kra-
gujevac. Ein grösserer, mit weggebrochener Tatze, bewacht den
Eingang zur Kirche von Karan.

Am ersteren Orte steht auch einer von den araähnlichen Grab-
steinen, wie sie in den erwähnten Ländern ebenfalls vorkommen,
ein etwa 1*6 h., 0'9 br., 07 d. Kalksteinpfeiler, der an der Stirn-
seite in feston - und rankenumrahmtem Felde die Inschrift C. 1. L.
III 1672, Addit. p. 1023, trägt, auf den Nebenseiten mit den sog.
Attisbrüdern in Relief geschmückt ist, zwei mit Chiton Chlamys
und phrygischer Mütze gekleideten Jünglingen, die in correspon-
dirender Haltung je den einen Ellenbogen auf einen dicken Stab
stützen, welchen die andere Hand am oberen Ende fasst. Die-
selbe Darstellung zeigt ein pyramidal nach oben verjüngter Kalk-
steinpfeiler, welcher ungefähr mit seinem oberen Drittel in die Erde
eingesenkt auf dem Friedhof zu Karan steht; nur sind hier die
cAttisbrüder ganz klein gebildet und hinauf gerückt, um grossen
Delphinen Platz zu machen. Die Hauptseite nimmt eine breite,
unten canellierte Amphora ein, aus der eine stilisierte Rebe empor-
wächst, auch diess ein wohlbekannter Gräberschmuck.

Fig. 5

Zu den Grabdenkmälern ist ohne Zweifel auch eine Art
parallelepipedförmiger, architektonisch nicht gegliederter, aber an
der einen Breit- und zwei Schmalseiten mit Reliefs verzierter Steine
zu rechnen, von denen ich drei Exemplare gesehen habe.
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