Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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Neue Inschriften aus der Dobrudscha

(Vgl. Jahrgang VI S. 1 ff., VIII S. 1 ff.)

I. Recka (municipium, später colonia Bomula).

1. Tafel aus Sandstein, h. 09, br. 1'08, d. 0'25, gefunden im
Herbste des Jahres 1884 in den Kuinen nächst dem Dorfe Reöka,
unweit von Carakal (Distrikt Romanatzi), unmittelbar am Stadt-
thore des alten Romula. Es ist die Bauinschrift der römischen
Festung. Die Herren Dr v. Domaszewski und Dr C. Schuchhardt
haben auf ihrer Reise im Sommer vorigen Jahres diesen Stein im
Hofe des Dorfpfarrers aufgefunden. Heute befindet sich das Denk-
mal im Nationalmuseum zu Bukarest.

Obgleich die Inschrift sehr verwittert ist, besonders in den
ersten neun Zeilen, so glauben wir doch, sie mit Erfolg und voller
Sicherheit entziffert zu haben. Wir erfahren durch dieselbe die
Zugehörigkeit jener Ruinen bei Recka, die von den Einwohnern
Antina (für Antonina) genannt werden. Hier lag danach Ro-
mula, im Zeitalter des M. Aurel und L. Verus ein Municipium
(C. I. L. III 753), unter Philippus, nach dem Zeugnisse unserer
Inschrift, Colonie. Das Denkmal ist vom Jahre 248, nach dem
Siege Philippus des Vaters über das dakische Volk der Carpen,
die fortwährend die Provinz beunruhigten. In dem Kriege hatte
sich die Notwendigkeit ergeben, einen Mauerring zu errichten.
Unter den Soldaten, die den Bau ausführten, ist wahrscheinlich der
numerus Syrorum sagittariorum zu verstehen, der sich in dieser
Epoche daselbst befand (C. I. L. HI, 1593; diese Zeitschrift VIII
S. 34).

Der Text der Inschrift wurde von Herrn Dr. v. Domaszewski
und mir gemeinschaftlich festgestellt.

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