Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 72
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1887/0084
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
72

2. Ein Ziegel,, gef. 1879 in einem Hypocaustum in Bodacson
Tömay; 1. 0-47. br. 0 33. Vor dem Brennen anscheinend mit einem
Stäbchen eingegraben.

Oh ■ PRSSTäNTIA ST R.ä QV i
R I OPVS

Es fehlt nur das obere Ende des d. Die Lesung ist völlig
sicher, die Schrift ziemlich sorgfältig bis auf das i statt e.

Dass der Ziegelarbeiter, der diese Worte bei der Arbeit auf
den Thon aufgetragen hat, requere statt require schrieb, ist nicht
auffallend. Schwierig ist das prestentia. Gemeint hat er wohl
pr(a)est(a)ntia und, wie Prof. v. Härtel glaubt, mit Adresse an den
Aufseher oder Fabriksherrn., sagen wollen, gib was den Unter-
halt gewährt (quae vitam praedant) und verlange das Werk;
man darf vom Arbeiter Leistungen verlangen, wenn er erhält, was
er braucht. — Bekanntlich ist opus (doliare) die regelmässige Be-
zeichnung der Ziegel auf den Ziegelstempeln.

Steinamanger, im Museum (bischön. Palast).

3. Votivrelief aus steirischem Marmor, die obere Umrahmung
und die linke Seite ist weggebrochen-, gef. im November 1885 auf
der Wiese „Köves mezö" bei Steinamanger, h. 035, br. 025, d. 0 06.
Silvan en face (der Kopf fehlt), in der erhobenen L. die Sichel, in
der R. einen Fruchtkorb tragend, auf den vor ihm 1. stehenden
Altar zuschreitend. Rechts kauert ein Hund; auf dem Sockel in
schöner Schrift:

, " ' llO - a VG - sa C-

' L - m' '

... Silvanjo Aug(usto) sac(rum) \v(ot,um) s{olvit)\ l(ibens) m(erito),
Oben stand wohl der Name des Dedicanten.

4. Ära aus Kalkstein, h. 0'73, br. 0-31, d. 0-21; gef. in Stein-
amanger. Stark verwittert.

\ v

t a el

v s l l m
loading ...