Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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5. Cippus aus Kalkstein, 1882 in Steinamanger gefunden, in
zwei Theile gebrochen (durch Zeile 4 hindurch); h. 0-57, br. 0 43,
d. O30. Oben int die Inschrift durch Gesims abgeschlossen.

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Die Lesung ist ganz sicher. — Der Name des Dedicanten ist
wohl Aur(elius) Ursus gewesen und die Umstellung v-ar ein Ver-
sehen des Steinmetzen; ebenso wird wohl der Name des dienten
nicht Satrius Firnrinestis sondern Firminestis gelautet haben. —
Z. 2: vir sacerd(otalis). ■— Z. 6: v(otum) s(plvit) l(aetus) l{ibens)
m(erito). — Das Fehlen der Gottheit Hesse sich daraus erklären,
dass der Stein in dem Heiligthume derselben aufgestellt werden
sollte. Auffallend ist jedoch, dass auf die Dedication des Ursus
an die Gottheit in Z. 1 — 6 noch eine Widmung an ihn selbst in
Z. 7 und 8 folgt. Ich kann mir dies nur so erklären, dass der
Dedicant an der persönlichen Ausführung seines Vorhabens ver-
hindert wurde und für den Patron der Client Satrius Firminestis
eintrat. Unterstützt wird diese Auffassung durch den Umstand,
dass die Schrift' im oberen und unteren Theile keinerlei Unter-
schiede zeigt.

6. Marmortafel, gef. 1873 in Steinamanger; h. 082, br. 065,
d. O06, Schriftfeldh. 042. Unter der Inschrift ein ruhender Löwe.
Schöne Schrift.

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an(norum) ... et Aurel{ius) Faust\j\nianus et Aur[el(ia)] Bespecta fili
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