Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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hebräischen Jahve; das Ganze ist die Uebersetzung der in jüdischen
Gebeten oft begegnenden Gebetformel: Jahve ass§ oder umgekehrt:
asse Jahve. Der Ring diente demnach als Amulet. Die Umstellung
des Namens an der zweiten Stelle sollte einerseits die Lesung für
den Nichteingeweihten unverständlich machen — diesem Zwecke
diente auch die Trennung der zusammengehörigen Buchstaben —
andererseits erhöhte sie die Kraft der Gebetformel, weil sowohl
nach rechts als nach links gelesen derselbe mystische Name sich
ergab.

Wien S. FRANKFURTER

Neugeftmclene Inschriften

I. Aus Brigetio

Herrn Major Voetter in Komorn verdanken wir die Mittheilung
der unter n. 1—5 stehenden Grab Schriften, die im Winter 1886/7
unter vielleicht 200 Gräbern in Brigetio aufgedeckt wurden. Von
h. 1 — 3 hat Herr Voetter selbst Abschriften und Abklatsche ge-
nommen und beides eingeschickt; von n. 4 konnte er nur die Ab-
schrift eines Bauern, von n. 5 die verschiedenen Abschriften von
Bauern einsenden, n. 1 u. 2 sind hohe Grabsteine, in drei Felder
eingetheilt, von denen die beiden oberen Sculpturen, das unterste
die Inschrift enthalten.

1. Undeutliche Darstellung'

Anscheinend Tisch mit drei
Füssen und zu beiden Seiten
desselben ein Diener

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