Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 105
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1887/0117
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
105

einer Statue des Kaisers Claudius in sitzender Stellung gehörten zu
einem Denkmale, welches die Zwölfstädte dem Kaiser Claudius
errichtet hätten, der ja, wie überliefert ist, eine Geschichte Etruriens
m griechischer Sprache geschrieben hat.

Diese ansprechende Vermuthung ist von denen, die nach
Canina das Denkmal herausgegeben oder besprochen haben, so von
Emil Braun arin. d. Inst. 1842 S. 37 ff. zu Tafel C, von Garrucci
Mvseo Lateranense S. 19 ff. zu Tafel X, von Benndorf u. Schöne in
der Beschreibung des lateranischen Museums S. 130 ff. n. 212, und
jetzt ebenfalls von mir beim Abdruck der Inschrift unter n. 3609
des Bandes XI des Corpus, gebilligt worden, da die bei diesem
Anl ass von mir angestellten Nachforschungen nach den Mitgliedern
des Zwölfbundes mir die Richtigkeit derselben einleuchtend machten").

Bei dieser Nachforschung schien das zuerst sich darbietende
Mittel sofort zum Ziele zu führen. Wie nämlich hier mehrere Ge-
nieinden derartig vereinigt sind, dass sie Glieder des Zwölfbundes
gewesen zu sein scheinen, so stellte ich zunächst die entspre-
chenden, in der Litteratur sich findenden Listen zusammen. Das-
selbe Mittel hat als eines von mehreren auch 0. Müller angewendet,
aber er kannte dies neue Denkmal natürlich noch nicht und hat
ausserdem auffallender Weise die bei weitem vollständigste Liste
nicht verwerthet3). Die Listen, die ich gefunden habe, sind folgende:

1. Dionysius v. Halik. erzählt 3, 51, dass, als im Kriege gegen
den älteren Tarquinius die Latiner bei den Etruskern um Hülfe
baten, von diesen oux ärravTec;, sondern Trevxe iröXeiq uövcu Hülfe
versprachen, und zwar (indem ich dieselben in die Reihenfolge des
Alphabets der entsprechenden römischen Namen bringe): 'Appnrivoi,
KXoucrivoi, ToucriXocvoi, OueiuXuivictTcxi, OüoXaxeppavoi'.

2. Zum J. 444 d. St. berichten Diodor 20, 35, 5 und über-
einstimmend Livius 9, 37, 12, dass der Krieg der Römer gegen
die Etrusker beendet wurde mit einem Waffenstillstand rrpöc; uev

2) Die Art, wie Canina sich die Platte an dem Denkmal angebracht dachte,
s°ll damit nicht gebilligt sein, vgl. S. 124 ff.

3) Benützt hatte dieselbe schon der alte Cluverius und nach ihm Niebuhr,
Und die von beiden aufgestellten Verzeichnisse der Zwölfstädte kommen daher der
Fassung, die ich in gewissem Sinne für die richtige halte, ziemlich nahe. — Dass
'Chi wie die meisten Vorgänger, zunächst den Unterschied, den die Zeit machen
kann, nicht berücksichtige, soll weiterhin seine Entschuldigung finden.
loading ...