Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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'AppnTivouc; Kai KpoTUJVidTaq, en be TTepuffivouc;, nach Diodors Worten;
ebenso hat Livius: ä Perusia et Cortona et Arretio, quae forma capit'ä,
Etruriae popidorum ed tempestate erant, legaii u. s. w.

3. In entsprechender Weise berichtet Livius 10, 37, 4 zum
J. 460, dass tres vutidissimae urbes, Etruriae capita, Volsinii, Perusia,
Arretium pacem petiere und indutias in quadraginta annos impetra-
verunt.

4. Die reichste Liste haben wir bei Livius 28, 45. Es wird
dort erzählt, dass, als im J. 549 d. St. der Consul Scipio eine Flotte
rüstete, um nach Afrika hinüber zu fahren, Etruriae primum popuK
pro suis quisque faculiatibus consulem adiuturos polliciti, und es wird
weiter angegeben, was die einzelnen populi versprochen haben. Er-
wähnt werden dabei im Ganzen acht populi und zwar (indem ich
sie nach der alphabetischen Folge aufzähle) die Ärretini, Caerites,
Clusini, Perusini, Populonienses, Rusellani, Tarquinienses, Volaterrani.
Bei Besprechung dieser Stelle bemerkt Niebuhr, wie ich glaube mit
Recht, der Ausdruck sei derart, dass man erwarten dürfe, sämmt-
liche populi Etruriens aufgezählt zu finden. Wenn dennoch, wie
es scheint, einige fehlen, so hält er es für wahrscheinlicher, dass
die Aufzählung des nicht sehr sorgfältigen Livius unvollständig sei,
als dass einzelne Gemeinden sich von dem Beschlüsse fern gehalten
hätten. Auch hierin möchte ich ihm beistimmen.

Zu diesen Listen, die bei Schriftstellern vorkommen, würde
nun die der Marmorplatte kommen, auf der jetzt noch die Tarqui-
nienses, Volcentani und Vetidonenses stehen; und da diese zu Caere
gefunden ist, so ist wohl sicher, dass an einem anderen Theile des-
selben Denkmals die Caerites angebracht waren.

Sieht man nun zu, welche Namen in diesen fünf Listen vor-
kommen, so ergeben sich gerade zwölf, nämlich die Ärretini, Caerites,
Clusini, Corlonenses, Perusini, Populonienses, Rusellani, Tarquinienses,
Vetidonenses, Volaterrani, Volcentes, Vohinienses, und wir hätten
damit eine vollständige Liste der Zwölfstädte gewonnen.

Allerdings mag das Ergebniss zunächst nicht sehr sicher be-
gründet erscheinen. Die Zahl der Zeugnisse ist verhältnissmässig
gering, und es sind unter den zwölf nicht weniger als vier, die nur
einmal vorkommen, Cortona zum J. 444 bei Diodor und Liviüs,
die Populonienses nur bei Livius 28, 45, die Volcentani nur auf
dem Relief und Volsinii nur bei Livius 10, 37 zum J. 460. Aber
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