Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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1 Inschrift 2

Dass es sich bei dem Denkmal von Caere um ehe ähnliche
Üasis handle, ist dadurch ausgeschlossen, dass die erhaltene Platte
auf der Rückseite einen Streifen Relief hat, also wenigstens auf
einer Seite vorsprang. Nun hat Canina, nachdem er seinen ersten
Vorschlag zurückgezogen, an ein Gestühl gedacht, dessen untere
Seitenwände sich nach vorn in einem Vorsprang zu beiden Seiten
der Beine des sitzenden Kaisers fortsetzten. Dieser Gedanke eines
Thrones ist vielfach gebilligt worden, und in der That kann als
Vorbild die Ausschmückung des Thrones des Zeus in Olympia an-
geführt werden, dessen Rückseite unten und dessen Nebenseiten
unten mit je drei Gemälden des Panainos geschmückt waren. Nur
]st bei einem Throne der Zweck eines derartigen Vorsprunges nicht
einleuchtend. Vor allem spricht aber gegen Canina's Vorsehlag die
Reihenfolge der Städte, seitdem die Anordnung nach dem Alphabet
erkannt ist. Da danach die Reihenfolge der Richtung von rechts
nach links folgt und die Gestalt, welche die fünfte von dem Schluss
]st, die der Tarquinienser, eine Platte beginnt, und da auf der Ruck-
seite der ihrer Stelle entsprechende Streifen sculpirt ist, so könnte
bei einem derartigen Throne die Stellung nur folgende sein, je
nachdem man 12 oder 15 Gestalten29) annimmt:

'''■') Ich lasse dabei die Vermehrung auf 15 entstanden sein durch Spaltung'
der Arretiner und Clusiner. Für die archäologische Frage, um die es sieh hier
handelt, ist die Benennung gleichgiltig und macht es keinen Unterschied, wenn für
zwei Gestalten von Arretinern und eine von Clusinern mit unterscheidendem Zu-
namen etwa die Gestalt der Pisaner und zwei andere eingesetzt werden.
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