Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 129
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Eine angebliche Binnen Strasse in Pannonien

(Mit Einwilligung fies Verfassers im Auszuge mitgetheilt)

Franz Salamon, einer der ersten unter Ungarns Geschichts-
forschern , hat in dem grossen Prachtwerke, das von der Landes-
hauptstadt herausgegeben wird, die Ansicht aufgestellt und be-
gründet1), dass die Hauptstrasse Pannoniens nicht, wie die land-
läufige Ansicht ist, dicht am rechten Donauufer (Semlin—Altofen—
Altszöny—Wien), sondern von Essegg aus einige Meilen von der
Donau entfernt und ausserhalb ihres Ueberschwemmungsgebietes
gelaufen sei. Von dieser Hauptader des Verkehres seien Seiten-
wege zu den an der Donau gelegenen Orten gezogen und diese
möglicherweise auch durch eine Uferstrasse verbunden worden. Den
Beweis hiefür stützt Salamon namentlich auf die Angaben des
Itinerarium Antonini, indem er diejenigen Orte, deren Entfernungen
daselbst in Millien ausgedrückt sind, an der Hauptstrasse gelegen
denkt, die Donauorte aber, zu denen man von der Reichsstrasse
auf Seitenwegen gelangte, in jenen erkennt, die als in medio ge-
legen bezeichnet sind. Ich halte indess den Beweis für diese An-
nahmen für nicht erbracht und will es hier versuchen, Salamon's
Gründe, zumal sie Viele überzeugt und selbst auf die bedeutendsten
Fachmänner Eindruck gemacht zu haben scheinen , zu entkräften.

1. Der die pannonische Reichsstrasse betreffende Text des
antoninischen Itinerariums lautet:

Item per ripam Pannoniäe a Tauruno in Gallias ad leg. XXX usque.

Teutiburgio mpm XVI

Mursa mpm XVI

Ad Novas et Aureo monte
Antianis mpm XXIV

l) Budapest tört., 1878, Bd. 1, p. 230—259.
Archiiologisch-epigraphische Mitth. XI.

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