Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 153
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Hause Melagardis eingemauertes zu sein (Fig. 2), welches ich
leider ganz mit Kalktünche überdeckt fand. Aus Scheu, den Marmor
zu verletzen, gieng ich mit der Reinigung nur so weit vor, um die
Umrisse verfolgen zu können, so dass die Möglichkeit nicht aus-
geschlossen ist, dass der Grund zwischen den Figuren noch etwas
enthält"8). L. eine Frau, r. ein Mann mit weit vorschreitendem 1.
l^eine stehen einander im Profil gegenüber. Beide halten in der
dem Beschauer abgewandten Hand Gegenstände, welche ganz flach
durch Eintiefung in den Reliefgrund hergestellt sind. Leider sind
diese Gegenstände, auf die es auch schon für die Bestimmung der
Gattung ankäme, welcher das Relief zuzuweisen ist, sehr undeut-
lich. Leake, aus dessen kurzer, offenbar auf dasselbe bezüglichen
Notiz39)nicht hervorgeht, ob

er den jetzt abgestossenen
oberen Teil noch sah, be-
zeichnet sie als Fackeln,
doch scheinen die von mir
gesehenen Reste bei der
weiblichen Figur eher auf
einen Bogen, bei der männ-
lichen auf ein Aehrenbüschel
zu führen. Letzteres ist
freilich recht unsicher, da
die Abzweigung links auch
nur auf Verletzung beruhen
kann; auch zwischen dem
Attribute und dem Körper
sind noch einige eingetiefte,
doch wahrscheinlich zufäl-
lige Linien sichtbar. Eben-
sowenig lässt sich entschei- 2
den, ob die andere Hand,
wie es besonders bei dem Manne scheinen könnte, etwas hielt.
Sicherer scheint mir das hohe Alter des Stückes zu sein, wofür
die einfache Behandlung des flachen Reliefs, das Elementare in
Komposition und Motiven, die Bildung der Hände und Beine, bei

28) Auch ob sich die Anzahl der Figuren auf die zwei erhaltenen beschränkte,
'st nicht gewiss.

5B) Travels in northern Greece III S. 86.
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