Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 159
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Leukotheareliefs der Villa Albani und besonders die eine esquilini-
sche Stele im Conservatorenpalast41) auf, bei welcher die Falten-
rücken nur flacher sind. Die Sandalen der Kolossalfigur sind mit
gekreuzten Riemen festgehalten, Stiftlöcher waren nicht zu bemerken.
An den Füssen ist die zweite Zehe zum Mindesten nicht kleiner
als die grosse. Ueber dem r. Knie ist das Stück gebrochen, die
wagrechte Fläche darüber bestossen; ebenso reicht eine Beschädi-
gung vorn bis zum 1. Knie. Rückwärts ganz unregelmässiger
Bruch (H. 0-77, Br. 0-35). Der Sockel ist 0-30 hoch, 0'435 breit,
bis zum Bruch 039 dick, das Stück der Figur selbst noch r. 0'62,
0'77 hoch. — In dem aus zwei Fragmenten zusammengesetzten
Stück c (Fig. 9), dessen bearbeitete Fläche gewölbt ist, sind die
Teilung der Falten und der gefältelte Saum deutlich. H. 028. —
d (Pig. 10) gehört vielleicht an die Stelle des Ueberganges der
oberen in die untere Partie, zwischen Fig. 4 und 7. H. 0 63. All-
seitig Bruch. — Etwa an dieselbe Stelle, etwas höher, wird e
(Pig. 11) zu setzen sein. H. 0"19, Br. 0-60. Unsicher blieb, ob das
Loch zufällig oder beabsichtigt sei. — f (Fig. 12), mit dreiseitigem
Grundriss, gibt eine Ecke des Stuhls (ob an d anschliessend?),
dessen Seitenflächen nach unten zu zurücktreten; ein Gewandzipfel
bangt hinab. H. 0-42. Rückwärts unregelmässiger, meist annähernd
glatter Bruch.

Ueber das auf Taf. VI, 2 und mit einem Teil der Rückseite
'Q Pig. 13 abgebildete Exemplar des zuletzt namentlich von Ghi-
rardini42) und Homolle43) behandelten sogenannten Spestypus werden
nach der von Michaelis44) gegebenen Beschreibung wenige Worte
genügen, umsornehr, als sich seither unser Besitz an derartigen
Piguren bedeutend vermehrt hat. Der Fundort allerdings sichert
der parischen Statue für die hier nicht zu erörternde Frage nach
dem Ursprünge des Typus unvermindert Beachtung, und ebenso
muss nach wie vor auf die besonders nahe Verwandtschaft mit den
delischen Exemplaren hingewiesen werden, welche schon Furt-
Wängler45) bemerkt hat. Dieselbe erstreckt sich auch auf die

■") Bulleltino della commissione comunale XI Taf. XIII f. — Täuscht mich
meine Erinnerung nicht, so hat auch die Sitzfigur des Akropolismuseums Sybel
Nr- 5001 dieselben Falten.

") Bull. d. comm. comun. IX S. 106 ff.

*3) De antiquissimis Dianae simulacris Deliacis S. 25 ff.

u) Annali 1864 S. 267.

w) Arch. Ztg. 1882 S. 326 f., Anm. 7.
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