Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 169
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die sich aus meinen Notizen und einer zur Reproduction nicht ge-
eigneten Skizze ergeben. Von den drei Nymphen in der Mitte sind
die zwei rechts herausgehauen; zu dem im Kloster eingemauerten
stark übertünchten Fragment, welches die Körper bis etwas über
die Kniee enthält, ist nichts zu bemerken, ausser etwa die ein-
fachere Haartracht der vordersten Figur r. An der ursprünglichen
Stelle sind nur der zurückgesetzte r. Fuss der voranschreitenden
Ölt dem 1. der mittleren Nymphe nebst Stücken des beiden vom
1- Arm herabfallenden Gewandes zurückgeblieben. Die dritte, deren
untere Hälfte zerstört ist, hat den r. Arm gleichfalls unter dem
Gewände; was in der Abbildung als Saum eines langen Kragens
erscheinen könnte, ist nur eine Falte. Ihr Haar ist nach Mädchen-
art in einem Schopf hoch aufgebunden. Vom Attis, dessen sicht-
bare r. Brust ganz weiblich erscheint, ist die Nebris an der r.
Hüfte etwas zurückgeschlagen und lässt das bis nahe an das Knie
reichende Untergewand sehen. Der 1. Oberschenkel und der Grund
T- daneben sind zerstört. Die f. Hand ist nicht so jäh abgebrochen,
der Stierkopf einem Bukranion ähnlich gebildet. Die Figur 1.
v°n Attis scheint den r. Arm gegen seine Schulter zu heben 70). L.
neben dem bärtigen Kopf (Pluton: Furtwängler) war mir das Füll-
horn nicht deutlich; bei dem folgenden weiblichen (Demeter: Furt-
wängler) sah auch ich einen Schleier, nicht Locken. Die als Kybele
erklärte Figur trägt einen über der Brust zusammengehaltenen,
das ganze Gesicht frei lassenden Schleier; der Löwe auf ihrem
kchoss ist ganz abgeschlagen, die Stelle sah mir beinahe so aus,
Wie wenn der 1. Unterarm quer über den Schoss gelegt wäre. Die
" neben ihr befindliche Figur mit zerstörtem Gesicht und Haar-
test ist so dicht an sie angefügt, dass ihre Beinpartie, von unten
aus gesehen, mit dem gewandbedeckten r. Bein der Kybele in Eins
verschmilzt und sie wie jener zur Rechten thronend erscheint. Der
°itz ist ziemlich unregelmässig und Hesse vorn auch noch einen
Altar annehmen, wenn anders der Gegenstand, welcher die Ver-
längerung des r. Armes der äussersten Figur l.71) bildet, eine Fackel
lst "). Ob der fast parallel damit laufende breite Streif die Thron-

70) Unter dem Ellbogen sah ich nur eine zerstörte Stelle, nicht die „lastra
0 lualche oggetto simile" der Zeichnung Schauberts (Michaelis S. 329 f.).

") Nach Furtwängler Hekate mit Fackeln, der bärtige Kopf daneben

Dionysos.

,2) Vgl. Michaelis S. 330.
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