Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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Unten Ablauf. Links geht die Randleiste mit einer Wölbung in
den Reliefgrund, der an verschiedenen Stellen ungleich tief Hegt,
über. Das Relief selbst ist stark übertüncht und zerstört. Das-
selbe kann nach der Schrift noch ziemlich guter vorchristlicher
Zeit angehören. H. noch 0-41, Br. 0-35, D. 012. — Vgl. die Stele
aus Rheneia, Sybel Nr. 518, Mitteil. d. athen. Inst. XI S. 151, 2.

Den besseren Stücken ist, wie es scheint, noch ein im Hause
des Herrn Konstantin N. Kondylis über dem Balkon eingemauertes,
etwa O80 breites Heroenmahl anzureihen. Auf der verhängten
Kline lagert mit aufgerichtetem Oberleib der Mann nach 1. (Kopf
ergänzt), die L. auf das Kissen gestützt, in der vorgestreckten R.
die Schale haltend, zu welcher sich von hinten die Schlange (nur
Oberteil sichtbar) ringelt. Vor der Kline ein auf drei Tierbeinen
ruhendes, mit einem Kuchen zwischen je zwei Granaten besetztes
Tischchen. R. sitzt in bequemer Haltung mit übergeschlagenem 1.
Bein auf niedrigem lehnenlosen Stuhl mit Schemel die Frau nach
die sichtbare r. Brust, wie es scheint, entblösst, mit der R. das
über den Kopf gezogene Obergewand lüftend, die Linke quer über
den Schoss gelegt, von welchem ein breites Gewandende über den
!• Oberschenkel herabhängt. — War anscheinend ohne Randein-
fassung.

Ganz übertüncht ist ein im Hause des Emmanuil Kalakonnas
eingemauertes kleines Relief: in vertieftem Felde Frau nach 1., r.
Standbein, Gewand mit Ueberfall; die L., wie auf etwas aufgestützt,
fasste vielleicht herabfallendes Gewand, die R. hebt etwas wie
Spiegel oder Spindel gegen das Gesicht.

Besonders häufig erscheint auf Paros jene späte Form des
Heroenmahles7T), bei welcher die Verstorbenen, allein oder zu meh-

,fi) Das T scheint zu fehlen, die Verletzung links von P nicht auf eine Ligatur
zu weisen.

") Vgl. auch Furtwängler, Sammlung Sabouroff Sc. E. S. 35.
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