Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 179
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mit der R. den Schleier fassend, eine kleine Dienerin r. hält ihr ein
Kästehen hin89). Darunter:

TTapueviaiv 0eoTiun(t)
Kxnffi|uevoii<;. 'AXeSävbpou.

2) Der dreizehnjährig verstorbene Parmenion, als Heros in der
Bildung eines Jünglings9"), mit Chlamys, die L. wie speerhaltend
gehoben, gibt mit der R. der um einen Baum (Pinie?) gewundenen
Schlange zu trinken, r. unter dem Baum trägt ein kleiner Sklave
auf beiden Armen undeutliche Gegenstände, etwa Gewand oder
Rüstungsstücke; ganz 1. das vom Rande abgeschnittene Vorderteil
des etwas unter Mannshöhe gehaltenen Rosses. Die Vorstellung des
Verstorbenen als Heros spricht sich auch in dem darunter befind-
lichen Epigramm aus (vgl. besonders Vs. 1 und 7):

cHpüj(i)uuv töv apiffrov öpäfije ue üapueviujva,
öv ttoö' 6 TrctTpoTraTwp eipecpe TTapueviaiv,

TTClTpi T6 Kai TtäTTTTOlq Kai TTatpibl KÜbOC, äptCTTOV,

7raiÖTiaq orfaBaiq nböuevov ueAexaii; ■
5 inöv MvrjCTteTTOu Kai TTavKXeiTn? ve'ov epvoq,
KaXXei Kai mvuxaic; xepTröuevov rrpaTTicriv'
xöv TpeiffKaibexeTfj be rrpöc; f)puO<(i)ujv x°P°v ayvöv
fipiracrev eEamvric; TravbauaTetpa Tuxn.

Rechts am Rande in einem flach eingezeichneten Kranze die auf
denselben Parmenion bezügliche Inschrift:

CH ßou\r,<i>
Kai
6 bfjuoq
üapueviwva
5 Mvnffierrou.

Von den zwei unter 1 in ebensolchen Kränzen erscheinenden Namen
dürfte Mnesiepes dem Vater, Ktesimenes dem Grossvater des jungen
Parmenion (2) angehören, welcher sonach Urenkel des Parmenion
Von 1 wäre (vgl. Nr. 2, Vs. 2 und 3): den beiden Genannten
gelten sicher die zwei in der Fläche zwischen 1 und 2 in blossen

") Aehnlich z. B. Clarac II pl. 155, 269.

90) Vgl. dazu C. I. A. III 1460; Furtwängler, Samml. Sabouroff, Sc. E. S. 19;
Milchhöfer, Jahrb. d. Inst. H S. 32.

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