Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 182
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0'025. — 1) Kalliope sitzt nach 1., mit der L. einen Vogel haltend,
mit der R. eine Rolle (?) hebend. — 2) Agathe sitzt in reicher
Gewandung96); r. fast gleich gross eine Dienerin, wie zu ihr spre-
chend. — 3) Aehnlich sitzende Frau, 1. kleine Dienerin, Hand am
Kinn. —■ 4) Ammia, auch diese ähnlich, r. kleine Dienerin, ganz
en face, auf beiden Händen ein Kästchen präsentierend. — 5) Rufion
steht in kurzem gegürtetem Gewände mit Mantel, der vorn drei-
eckig herabfällt, die L. vor der Brust, mit der gesenkten R. etwa
eine Traube tragend. — 6) Typus c (oben S. 174), eine kleine Die-
nerin von 1. legt die R. an das Tischchen.

Unter 1: KccMiÖTrn. Unter 2: ^AyaOn xpriff||Tr) X°^Pe-
„ 4: 'Auuict Tpocpiunc;. „ 6: OdXAoucrcc Tpocpi'unc;97)-
., 5: 'Pouqpiujv Eübeuuiv.

EÜTTÖpou. Eübcuutuv.

Von der letzten Inschrift war zuerst anscheinend bloss Z. 3 vor-
handen.

Auf der linken Nebenseite rohes Relief des Typus c (oben
S. 174). Darunter, undeutlich :

e P Hl i t (?)

oc

Hier möchte ich auch ein im Hause des Lehrers Olympios
in der Höhe des ersten Stockwerkes eingemauertes Relief anfügen,
dessen Darstellung ich freilich auch mit verschärftem Auge nicht
sicher auszunehmen vermochte. In viereckig eingetieftem Felde
steht 11 ein Mann in Vorderansicht (1. Standbein), bekleidet mit
Himation, welches die r. Brust frei lässt, die R. gehoben, die L.
vor der Brust. Rechts von ihm schreitet eine kleine, anscheinend
nackte Figur weg, umblickend (?), die L. an der Brust, die R. mit
Schale (?) gesenkt. Die rauhgehaltene Fläche rechts von dem Bilde,
welche die grössere Hälfte des Steines, soweit er sichtbar ist, aus-
macht, gestattet vielleicht, denselben als das Stück (die Neben-
seite?) eines Sarkophages wie die eben beschriebenen zu denken.

Von einem Sarkophag mit mythologischer Darstellung, und
zwar jener des Achilleus auf Skyros, rührt das auf Taf. VI, 3 ab-

96) Das sehr häufig verwandte Motiv (vgl. z. B. Dütschke IV Nr. 428. 536.
wird in letzter Linie auf ein Vorbild wie die Tyche von Antiocheia zurückgehen)
9') Nennung nach der Mutter auch S. 175, 3.
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