Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 184
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für deren Anlage sich Analogien mehrfach an Terracotten finden.
Die auf einem dünnen Ueberzug (Pfeifenton) aufgetragene Bemalung
ist nicht mehr bestimmt im Einzelnen zu verfolgen. Die Löcher
zum Aufhängen befinden sich unter dem am Wirbel aufgesteckten
Zopf (in den Skizzen nicht sichtbar).

Eine zweite, tragische Maske, die unbemalt war (H. 0'095:
nur Kopf, ohne Hals), ist auch rückwärts ganz geschlossen und
unten wagrecht abgeschnitten. Die Augen starren unter hochge-
zogenen Brauen hervor, das Haar sträubt sich über der Stirne
in die Höhe und fliesst zu beiden Seiten nieder, teilweise ver-
deckt von einer Binde, deren befranste Schleifen r. und 1. herab-
fallen ,0°). Darüber liegt ein Kranz, bestehend
je aus einer Traube über der Bandmitt.e und
vier symmetrisch nach den beiden Seiten ge-
wandten Epheublättern, welche die Ecken über
den Schläfen ausfüllen. — Von einer dritten Maske
mit borstigem, nach allen Seiten stralenförmig
abstehenden Haar (H. 0-10), gibt Fig. 18 die allein
erhaltene 1. Gesichtshälfte. — Ganz corrodiert sind
Kopf und Hals eines Stieres (H. 0"08) mit kurzen
Hörnern, der auf der vorderen Fläche des kurzen,
kräftigen Kopfes über der Schnauze und in der
Mitte der Stirne einen linsenförmigen Ansatz Iul) hat. Die zwei Löcher
befinden sich am Nacken.

Auch ein Paar goldener Ringe von einer nicht ungewöhn-
lichen Form102), deren einen Taf. V, 4 zeigt (L. O025), seien er-
wähnt, obwol sie nicht aus Paros stammen, sondern nach Angabe
des Besitzers, Herrn Panajotis Dimitrakopulos, von dessen Gross-
vater auf Delos gefunden wurden. Von den zwei Perlen schien
mir die obere aus einem grünen Stein zu bestehen, die untere ist
schwarz mit weissem Querband (ob Achat?). Zwei Doppelreihen

,0°) Aelmlich z. B. v. Rohden,, pompej. Terracotten S. 13, 8; 14, 9; 33, 23;
Taf. XIV 1; XV 3 u. a.

Vielleicht Rosetten, etwa wie bei dem Kopf von Mykene, Schliemann,
Mykenae Nr. 327 f.

I02) Z. B. Expedition de Moree III Taf. 19, IV; Antike Denkmäler des In-
stituts I Taf. 12, 15. 19. 21. Fontenay, les bijoux anciens et modernes S. 104 bringt
gegen die Verwendung als Ohrringe Bedenken vor, die auch für das obige Paar
zutreffen.
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