Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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kleiner Buckel fassen das breite Ende des gekrümmten Schaftes ein,
auf welchen der Länge nach verlaufende feine Stege aufgesetzt sind.

Als Anhang mögen hier einige Inschriften Platz finden,
die ich anderwärts noch nicht mitgeteilt fand 10a).

Nr. 1, welche ich in der Ecke des Herrn Markos K. Damias
gehörigen Hauses eingemauert unter einer dichten Tünche entdeckte,
ist 0205 hoch, 0-425—0-535 lang, 0-495 dick, die Buchstaben bis
0"024 hoch. Die durch längere Zeit wiederholte Waschung hat den
Kalk nicht ganz entfernt, doch schien mir sicher, dass keine weitere
^eile fehlt; wahrscheinlich war auch Z. 3 links frei. Z. 1 war der
erste erhaltene Buchstabe wol E, obgleich auch I denkbar wäre,
der letzte M. Durch Zuschneiden des Steins lü4) sind in Z. 1 etwa
drei, Z. 2 zwei Buchstaben verloren gegangen, die anscheinend den
beginn der zwei Verse des Distichons enthielten; der des vermut-
lichen Hexameters Vs. 3 hätte, wenn das oben Bemerkte zutrifft,
^och in Z. 2 gestanden. Die Schrift, die man sich für A (mit
schrägem Mittelstrich), P (die Schlinge bis hinab gezogen), Z, XL
etwa nach Inschr. griech. Bildh. Nr. 1, für die anderen Buchstaben
nach Nr. 40 vergegenwärtigen kann 105), weist auf jüngere Zeit als
Inschr. gr. Bildh. Nr. 6 oder Inscr. gr. ant. Nr. 401, immerhin dürfte
die Inschrift nicht weit unter das sechste Jahrhundert gehören 106).

Nr. 2 fand ich in Tschipidi (s. S. 150) als Schwelle eines
Hauses (Tfjc; Kußepvr)(Teuj?). H. 0-49, L. 0-32, D. 0-08, Buchst. 0-016 h.
Rechts und unten Rand; in dem freien Räume unter Z. 10 (H. 0-32)
Slnd noch fünf horizontale Linien schwach vorgezeichnet. In Z. 10
f°lgte nichts mehr. Das abgebrochene 1. Stück sollte noch vor-
handen sein, konnte aber nicht aufgefunden werden; dasselbe wird
Jedoch schwerlich zur Ergänzung ausgereicht haben. Erhalten ist
^scheinend nur der Schlussteil, der Strafbestimmungen vorschreibt

103) Die Inschrift Le Bas II 2062 steht auf einer ohen und unten einfach pro-
bierten, oben ausgehöhlten viereckigen Basis (H. 0-39, L. 0-75, D. 0'56) bei Herrn
Deilagrammati. Z. 1 ist STPATHTOI, Z. 5 4>ANI2, Z. 10 PAS1KAHS (ver-
zückt) zu lesen; durchgängig P. Schrift guter Zeit, etwa 3. Jahrh.

10J) Die obere Lagerfläche konnte ich, da der Stein verkehrt eingemauert ist,
"'cht untersuchen. Die Kante scheint Schnittkante zu sein.

ui) Auch an Inschr. gr. Bildh. Nr. 48 erinnern H, O, M, XL, sowie die
^csamthaltung.

,oej H hat doppelte Geltung; vgl. Kirchhoff, Studien1 S. 82,
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