Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

Seite: 189
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Ka\oi MjeaQm. — V. 5 schimmert der Gedanke durch, dass der
Verstorbene durch seinen Tod niemandens Wunsch erfüllt hat. Ob
ctoi — Treqpi\r)uev<w)i, oder oi — necpiXtiuevi = (TrecpiXnuevoi) oder
endlich mit unstatthaftem Hiatus Kai — 7T€cpi\nuev(€) zu schreiben
ist, wird sich schwerlich entscheiden lassen. In der lückenhaften
Partie sind einzelne Worte, wie uevxoi, unbe, (e)ö'Tqö'avT(o) erkenn-
bar, das letztere zweifellos auf die Errichtung des Grabdenkmals
bezüglich.

V. 9 drückt im Zusammenhang mit dem nicht mehr zu ent-
rätselnden V. 8 offenbar den Wunsch aus, die zurückbleibenden
Kameraden mögen der ehrlichen Haut, des frohen Turn- und Zech-
ftenossen treu, aber ohne heftige Trauer gedenken, sich von seinem
■Bild heiter umschweben lassen, wie man von Traumbildern um-
gaukelt wird. Steckt in KAU V. 8 etwa KdaUadiuiq)? V. 10 ist
v°m Her. also wiedergegeben worden:

OINO.TA0ONHIQNEZTIO
OI0ANATOI

Zu dem Vers vgl. Kaibel Nr. 35,6: koivo?—Tauia^; 404, 2:
Koivöq—baiuuuv u. a. (Ist nicht, nebenbei, 266, 1 der Abklatsch
eines besseren Originals: koivöv iboOcra cpdoc; koivöv e'xtu tö TeXoq?)

Einer zwiefachen Nachhilfe bedarf das ebendas. p. 461 mit-
getheilte Epigramm. Am Ende von Z. 5 ist nämlich ohne Zweifel
ein T unlesbar geworden und nicht ouvou' sondern touvou' zu
schreiben, wodurch der Hiat beseitigt und die Phrase sprachrichtig
M'ird ((rgl. z. B. 563, 1 Kaibel: Toüvouct Ouipav). Desgleichen war
das Schlusswort sicherlich eßn, nicht ecn(e), mag nun X statt B
verlesen oder irrthümlich eingemeisselt sein. So haben denn die
v°n Hrn. Radet im übrigen richtig behandelten vier Verse also
zu lauten:

Haipöi; uev 'Apxduwvoi; lui AuKibewq
Kai unTpöq 'Auuioto, (t)oövou' 'ApTeuuuv •
öäipev b' dbeXcpöc; 'ApxeXaoc; o~uju' euöv,
i)i)uxa be ueu rrpö? aaxpa Kai Qeovc, e(ß)n.

TH. G.
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