Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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weiss davon zu erzählen. Leg. pr. Christ. 14: ai be ekovei;, peXP1
|ar)TTLu n\ao"TiKri Kai ypacpiKr) Kai dvbpiavroTroir|TiKr| vicrav, oübe evo-
uiCovro • Zaupiou be toü Zauiou oi Kpäxujvoc; tou Xikuwviou icai K\eav-
Qovq tou KopivGiou Kai KÖpnq KopivGia^ ercrfevouevwv Kai ffKiaxpacpi0?
pev eüpe0eio~r|c; uttö Zaupiou ittttov ev nXiw 7Tep^^pä^JavT0<;• ypacpiKil?
be Kai Kpdiaivoq, ev rcivaKi XeAeuKUjpevw okxüc; dvbpö? Kai yuvaiKÖ?
evaXeiujavTO?. ich kann in dieser Angabe die Priorität des Zeich-
nens und die Posteriorität des Malens, die Robert hier wieder findet;
nicht entdecken. Denn dass Saurias von Samos älter sei als Kratou
von Sikyon, geht aus der Stelle nicht hervor und ich glaube auch
nicht einmal so viel, dass jener das Zeichnen, dieser das Male"
erfunden haben soll. Ziaaypaqna bedeutet doch nicht das Zeichnen'
Freilich die Gegenüberstellung TteprfpctijjavToc; und eva\eii(javTO?
würde das bei einem Kunstschriftsteller deutlich sagen, bei Athen»'
goras, der bekanntlich Theodoros aus Milet stammen lässt, ist es
bloss rhetorische Figur. Denn nicht im technischen Verfahren, trot2
der geweissten Tafel, liegt der Gegensatz beider Arten, sondern i'11
Vorwurfe; der eine malt ein Pferd, der zweite Mann und Weih
Der Grund ist leicht einzusehen. Die Malerei heisst im Griech1'
sehen nicht blos YPa(PlK,1, sondern auch CwYpacpia, und das rnuss
erklärt werden. Wenn unser Autor statt des letzteren ffKiatpc?"1
hersetzt, so wissen wir freilich, dass dies gute und echte Kunst'
wort ganz etwas anderes bedeutete, als er meint, aber wie er daran'
gekommen ist es hier zu verwenden, ist sehr verständlich. Es pass'
sehr gut für die Schattenhypothese. Ebenso erklärt ja das Wort
KOporr\affTiKV| die rührende Geschichte vom gebackenen Schatten'
Zurfpacpia muss aber doch in seiner Quelle gestanden haben, das
ergibt sich auch aus einem anderen Umstände. Es fehlt nämli"'1
eine Erfindung. Kleanthes, der einzige uns von Plinius her he'
kannte Namen, hat rein gar nichts zu thun. Lassen wir dem Thiel"
maier die CuJTpacpia, dann wird er der Skiagraph Kai' e£oxi]v, gaDZ
wie bei Plinius. Welcher Art diese Quelle gewesen sei, wird <ia'
durch noch deutlicher. Unser Autor ist aber damit nicht zu Endei
er führt als besonders wirkungsvollen Abschluss noch die Geschieht6
von der korinthischen Jungfrau weiter aus, dieselbe die uns schon
bei Plinius rührte, und wir müssen nun von unserem Wege abweiche11'
um genauer auf sie einzugehen, zumal jüngst der Versuch gemach'
wurde, durch eine Vergleichung beider Versionen ein Stück unsei'el
Ueberlieferung in helleres Licht zu bringen. Ich lasse also nu"
den Bericht des Athenagoras folgen: dreö be tt)? Köpns H KOponA"1'
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