Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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upaiToq e'Xaßev aöpoxepous. Mit dieser Stelle allein lässt sich nicht
viel anfangen, indess findet sich bei unserem Schriftsteller X 10
das anpassende Stück. Denn es kann doch keinem Zweifel unter-
liegen, dass die folgenden Worte: "Oxe uTnpxexo f\ ypacpiKfi xexvi
Kai fjv xpÖTTov xiva ev fä\aZiv Kai (JixapYavoic;, oüxiuc; apa
axexvuuc; eiKaCov xa Z&a, uicrre emYpdcpeiv aüxoic; xouc; xpacpeaq ctouto
ßouc;, eKeivo mnoq, touto oevbpov', derselben Quelle entstammen und
dort in ihrer ursprünglichen Gestalt als Einleitung der Notiz über
Kimon gedient haben. Die Fassung verräth so deutlich als nur
möglich den Ursprung aus einem der vielen Bücher Ttepl eupnudxaiv,
aber auch eine gewisse Verwandtschaft mit der Ueberlieferung bei
Plinius tritt hervor. Nur knüpft hier Kimon direct an die ersten
Anfänge an, wahrscheinlich werden Aridikes und Telephanes nicht
blos gemeint sondern auch genannt gewesen sein, während dort der
Athener Eumares in den korinthisch-sikyonischen Zusammenhang
störend eingreift, und gerade das Werthvollste in der plinianischen
Ueberlieferung, die nüchterne analytische Stilbetrachtung fehlt völlig-
Ich halte es darum für wahrscheinlich, dass Aelians Quelle weiter
hinaufgeht und vor jene Zeit der wissenschaftlichen geschulten
Kunstforschung fällt, von welcher Plinius abhängig ist, und möchte
am ehesten auf Theophrast rathen. Auf welchen Umwegen eine
Nachricht von da zu Aelian kommen konnte, zeigt das Stemma bei
Felix Rudolph S. 13 7 20). Eine Vermehrung unseres Wissens vom
kleonäischen Meister bieten uns die Worte freilich nicht, denn die
Angabe seiner besseren Bezahlung ist eine müssige Folgerung ge-
scheuter Leute vom Werthe auf den Preis; hätte er auch wirklich,
wie Arkesilas, des Aristodikos Sohn, einmal die Quittung mit ins
Epigramm gesetzt, von dieser Seite erführen wir nichts davon. Die
Lücken unseres Wissens bieten hier der Combination dankbaren
Stoff, und so hat es denn Studniczka versucht, den Schauplatz von
Kimons Wirken nach Athen zu verlegen, wohin er ihn zur Zeit
des Peisistratos einwandern lässt, und vermuthet, dass aus der
Perserkatastrophe Bilder von ihm durch Restauration gerettet worden
seien. Auch für Beziehungen zur nesiotischen Plastik daselbst
glaubt er Anhaltspunkte zu finden. Dümmler hat seine Zustim-
mung ausgesprochen21), ich kann aber diesen Vermuthungen nicht

20) Leipziger Studien zur class. Philologie VII. Bd.: De fontibus quibus Ae-
lianus in varia historia componenda usus eit
al) Arch. Jahrb. 1887 S. 175
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