Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 11.1887

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quidam gewesen sind, die solches behauptet haben, aber die Art
der Widerlegung scheint auf Polemons Gegenschrift gegen Antigonos
zu deuten, der Beweis durch die alte Inschrift ist dessen würdig.
Die Worte Aeginae picturae suae deutet man jetzt nach dem Vor-
gange Stephanis und Panofkas auf eine Darstellung des Raubes
der Aegina, während doch die alte Erklärung eines zu Aegina be-
findlichen Bildwerkes die weit natürlichere ist39). Dadurch kommt
auch etwas mehr periegetische Färbung in die Stelle. Räthselhaft
bleibt jedoch Praxiteles in dieser Gesellschaft, da Nikias Anekdote
bezeugt, dass er sieh nicht als Maler fühlte, und welcher Art das
Missverständniss sein mag, welches ihn hier vielleicht statt des
Nikias zum Meister der Enkaustik macht, ist kaum bestimmt zu
sagen. Aber an der Enkaustik war er gewiss ebenso unschuldig
als an den Tyrannenmörderstatuen.

Nach dieser Einleitung folgen sehr ungleich behandelt als
Hauptmeister:

Pamphüos

Pausias, Bryes Sohn
Euphranor

Kydias (aus Kythnos)
Antidotos, Euphranors Schüler
Nikias von Athen, Antidotos Schüler

Athenion aus Maroneia, Glaukions des Korinthers Schüler

Herakleides, Makedonier

Metrodoros

Timomachos von Byzanz
Aristolaos, Pausias Sohn und Schüler
Nikophanes, Pausias Schüler
Sokrates.

Bevor wir weitergehen, haben wir die vielbesprochene Schluss-
stelle von Nikophanes und Sokrates einer eingehenden Betrachtung
zu unterziehen. Sie lautet (35, 137): Sunt quibus et Nicophane eiusdem
Pausiae discipulus placeat diligentia quam intellegant soli artißces,
alias durus in coloribus et sile multus; nam Socrates iure omnibus
placet; tales sunt eius cum Aesculapio filiae Hygia Aegle Panacea

vetustioves encaustae picturae exstitere, ut Polygnoti et Nicanaris et Arcesilai Pario-
i'um. Elasippus quoque Aeginae picturae suae inscripsit tviKaev, quod profecto non
fecisset nisi encaustica inventa.

39) Vergl. Arch. Zeit. 1852 S. 446.
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