Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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Kupfermünzen

Valentinian____ Vot. V. multis X (A III) ... A SIRM

Valentinian.... Restitutor rei publicae (A II) B SIRM

Valens........ Gloria Romanorum (A III) . B SIRM

Valentinian.... Securitas reipublicae (A III). H SIRM

Valens........ Restitutor reipublicae (ÄIII). 0 SIRM

Aus diesen Beispielen ersieht man, dass die Prägethätigkeit
in Sirmium damals schon eine sehr geringe war, im Vergleich zu
der weit ausgedehnteren anderer Münzhäuser, wie: Antiochia, Roma,
Thessalonica, insbesondere Siscia. Dennoch finden sich unter den
Goldmünzen von Valentinian und Valens solche, die dasselbe Wappen
wie der Stämpel 4 unserer Barren zeigen, den Stern; von Gratian
taucht ein jüngerer Solidus auf, der die Palme unserer Stämpel
2 und 3 enthält.

Weit reicher gestaltet sich das Bild, wenn die übrigen Münz-
stätten jener drei Kaiser zum Vergleich herangezogen werden. Es
zeigt sich, dass auch in anderen Münzstätten dieselben Wappen
Anwendung fanden, welche auf unseren Barren vorkommen; ja,
andere Beizeichen, wie: Kranz, Blatt, Pantherkopf u. s. f. werden
sogar seltener angewendet, als das Monogramm Christi, das Kreuz,
die Palme und der Stern. Es sollen hier Beispiele aufgeführt
werden, um die Art der Anwendung der einzelnen Symbole zu ver-
anschaulichen und daran Bemerkungen über die Analogien zwischen
ihnen und den Wappen auf den Barren zu knüpfen l5).

Das Monogramm Christi
1. Valentinian, Salus reipublicae, kleine Kupfermünzen:

H» jg _-P_ -P

AN TA SMKB CONS CONS B

,5J Für Nicht-Numismatiker sei bemerkt, dass die Zeichen über dem Strich
im Felde der Münze rechts oder links, jene unter dem Strich im Abschnitt
der Münze sich befinden. Die Münzstätten sind bezeichnet mit ALE (Alexandria),
ANT oder AN (Antiochia), AQ_(Aquileja), CONS oder C oder KONS (Constantino-
polis), H (Heracleia), K (Karthago), LVG (Lugdunum), MD (Mediolanum), N (Nico-
media), R (Roma), SIS° (Siscia), SIRM (Sirmium), TES oder T (Thessalonica), TR
(Treviri). Die häufig vor den ebengenannten Siglen erscheinenden Buchstaben SM
bedeuten sacra moneta, die auf Goldmünzen ihnen häufig folgenden OB (72)
bezeichnen den Solidus als f\ des römischen Pfundes. Andere Einzelbuchstaben
geben die Officinen und Emissionen an.

Arcliäologisch-epigraphische Mitth. XII. 2
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