Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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auf den Geprägen einzelner Münzstätten noch nicht auf das Fehlen
der damit bezeichneten Unterämter in denselben Münzhäusern ge-
schlossen werden kann. Auf den oben S. 16. 17 angeführten Münzen
von Sirmium erscheint wenigstens das Monogramm Christi gar nicht,
die Palme erst spät, der Stern nur auf den Goldmünzen, während
die Kupfermünzen mit Buchstaben bezeichnet sind. Und doch kommen,
wie die Goldbarren zeigen, in derselben Münzstätte das Monogramm
und die Palme gleichzeitig vor, während auf den Münzen vieler
anderer Münzstätten Monogramm, Kreuz, Palme und Stern auf Ge-
prägen aller Metalle auftauchen.

Endlich erscheinen für ein und dasselbe Unteramt verschiedene
Zeichen. In Antiochia, Constantinopel und Karthago zeigen sich
-P und -f- nebeneinander. Es kann als wahrscheinlich voraus-
gesetzt werden, dass in den grösseren Münzhäusern, sei es bleibend,
sei es nur zeitweise zur Bewältigung grösserer Emissionen, den
schon bestehenden Unterämtern zur Aushilfe Nebenämter beigegeben
wurden, welche mit analogen Wappen zeichneten. So viel man aus
den Beispielen 1 bis 8 ersieht, zeigen die zwei Formen des Mono-
grammes und das Kreuz schon nach der Art der Einstellung das
wichtigere Unteramt des Exactors in fast ähnlichen, wenigstens
sinnverwandten Symbolen an. Vielleicht gilt Aehnliches auch von
dem anderen Unteramte, für welches ab und zu neue Symbole,
wie Blatt, Pantherkopf, Schlüssel (?) und dgl. auftreten. Als vor-
züglichere und ständige Symbole wird man aber nur jene betrachten
können, welche auf unseren Goldbarren angebracht sind.

Der Einblick, den uns letztere in die Organisation der römi-
schen Münzhäuser gewähren, verleiht ihnen eben einen so grossen
wissenschaftlichen Werth.

Dr. F. KENNER

Eine Zeusstatuette im Museum von Spalato

(Tafel I)

Unter den zahlreichen Bronzen, welche das besonders seit
einigen Jahren erheblich wachsende Museum in Spalato besitzt,
verdient eine Statuette besondere Aufmerksamkeit, welche vor kur-
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