Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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wiederholt. Auf der achten Seite sind von dem Schreiber sechs
Inschriften nachgetragen, schon äusserlich als Nachtrag dadurch
kenntlich, dass bei vieren der obere Rand des Blattes, bei zweien
der untere als Kopfseite behandelt ist und dass drei Inschriften
bloss mit dem Bleistift eingezeichnet wurden. Bei allen diesen In-
schriften fehlen überdies die Ortsangaben. Auf der Innenseite des
losen Blattes sind vier Inschriften ebenfalls nur mit dem Bleistift
eingetragen. Diese haben die Ueberschrift: Dal Sr D" Danieli a Zära.
Da die Handschrift weder mit Seitenzahlen versehen, noch die ein-
zelnen Inschriften numerirt sind, so habe ich die Inschriften zur
leichteren Uebersicht mit fortlaufenden Ziffern bezeichnet.

Bekanntlich besass Lanza eine Handschrift der Boghetich'schen
Sammlung, welche 100 Inschriften umfasste. Das Original scheint
verloren, aber Copien, die Kellermann genommen, konnten Boeckh
für das C. I. G. und Mommsen für das C. I. L. benutzen1). In dieser
Handschrift trug die Sammlung dieselbe Ueberschrift, wie in der
neu entdeckten. Es muss daher befremden, dass nur 32 Stücke
der Lanza'schen Handschrift in der neuen wiederkehren.

Eine Prüfung der fehlenden Inschriften zeigt, dass nur jene
Stücke und zwar alle fehlen, welche Zaccaria in seinen Mar-
mora Salonitana, die als Anhang zu Farlato's lllyricurn sacrum am
Schlüsse des zweiten Bandes erschienen2), veröffentlicht hat. Damit
ist der Charakter unserer Handschrift gegeben. Es ist ein Auszug
aus Boghetich's Sammlung, angefertigt, um das Corpus des Zaccaria
zu ergänzen. Gemeinsam sind beiden Handschriften — ich bezeichne
im Folgenden Lanza's Handschrift mit B1, die neu entdeckte mit
B2 —jene Inschriften, welche damals in Spalato aufbewahrt wurden,
während die neu hinzugekommenen der Handschrift B2 zu Boghe-
tich's Zeit sich noch in den Dörfern des Ruinenfeldes von Salona
befanden. Demnach ergibt sich für B1 die interessante Folgerung, dass
auch sie nur ein Bruchstück der Sammlung des Boghetich darstellt.
Dass B1 und B2 unmittelbar auf dasselbe Original zurückgehen,
beweist ausser der durchgehenden Uebereinstimmung in den Copien
die Uebereinstimmung in der Anordnung. Beide Handschriften
beginnen mit den Inschriften im erzbischöflicheu Palaste zu Spalato
und beobachten mit wenigen Abweichungen dieselbe Reihenfolge,
wie folgende Concordanz der Nummern zeigt.

M C. I. L. III p. 277, XXXVIII.
'; C. I. L. III p. 276, XXXV.
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